Erstellt am 23. Dezember 2015, 04:13

von Martin Kalchhauser

Kaninchen-Tod: Lehrer droht Strafe. Horner Gym-Professor muss nicht vor Gericht. Geldbuße wird ihm nicht erspart bleiben.

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Noch immer beschäftigt ein Vorfall am Horner Gymnasium die Behörden und Gerichte. Dem Lehrer, der am 29. Juni vor den Augen einiger seiner Schüler ein Kaninchen tötete, droht nun eine Verwaltungsstrafe. Ein Strafverfahren wegen Tierquälerei wurde eingestellt.

NÖN-Leser kennen den Fall, der die Horner Schule sogar international in die Schlagzeilen gebracht hatte. Ein Biologielehrer hatte im Unterricht ein Kaninchen mit einem Bolzenschussgerät (für Rinder!) getötet und danach seziert (

).

Direktor konstatiert bei Kollegem Einsicht

Dies hatte dem Pädagogen einen Verweis des Landesschulrates eingebracht. „Ich habe mit ihm zu Beginn des Schuljahres eindringlich über den Fall gesprochen“, betont Direktor Michael Ableidinger. Der Kollege unterrichte zwar jetzt wieder, aber: „Ich habe den Eindruck, dass er einsieht, dass sein Verhalten falsch war.“

Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen den Lehrer wegen des Verdachts der Tierquälerei. Mit der Begründung, dass „das Kaninchen auf der Stelle tot gewesen ist und keine unnötigen Qualen erleiden musste“, wurde das Verfahren jetzt eingestellt.

Juristisch ist die Sache für den Lehrer trotzdem noch nicht ausgestanden. Er muss mit einer Verwaltungsstrafe wegen eines Verstoßes gegen Paragraf 105 des Tierschutzgesetzes rechnen.

Strafe könnte Lehrer bis zu 7.500 Euro kosten

„Die Bezirkshauptmannschaft hat die Sachverhaltsdarstellung damals an das Gericht geschickt“, erklärt Bezirkshauptmann Johannes Kranner. Auch wenn dort jetzt keine Anklage erhoben werde, liege dennoch ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor.

Tiere dürfen nämlich (in Schulen) nicht zu Ausbildungszwecken getötet werden. Dem Lehrer droht eine Verwaltungsstrafe. „Der im Gesetz vorgesehene Rahmen beträgt 7.500 Euro.“

Nicht nur der Lehrer hat noch immer mit seinem Fehlverhalten, das von Beobachtern als extrem dumm und unüberlegt eingestuft wurde, zu kämpfen. Wie Direktor Ableidinger feststellt, sei auch das Gymnasium wegen dieses Vorfalles nach wie vor Adressat von Anrufen, Mails und Internet-Postings. Ableidinger: „Die sind aber oft extrem unter der Gürtellinie. Darauf reagiere ich gar nicht mehr.“

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