Erstellt am 02. Dezember 2015, 04:53

von Martin Kalchhauser

Kaserne: Nur noch 13 Monate?. „Aus“ der Horner Kaserne mit Ende 2016 fix. Aber noch keine Ideen über Nachnutzung. Stadtchef Maier kampfbereit.

Bürgermeister Jürgen Maier (im Bild mit Kasernenkommandant Walter Schuster): »Das ganze Ministerium ist ein Sauhaufen!« Foto: NÖN  |  NOEN, NÖN
Heftige Worte findet der Horner Bürgermeister Jürgen Maier zum Thema Radetzkykaserne. Grund: In Beantwortung einer Anfrage des ÖVP-Parlamentsabgeordneten Rouven Ertlschweiger (früher: Team Stronach) meint Bundesminister Gerald Klug klipp und klar: Mit Ende 2016 ist die Zeit der Kaserne abgelaufen.

Ende der militärischen Nutzung mit 2016 fix

NÖN-Leser erinnern sich an die heftigen Debatten vor einem Jahr. Kurz vor Weihnachten 2014 hieß es dann, die Kaserne werde eine Gnadenfrist bekommen, dann werde über die weitere Vorgangsweise entscheiden.

Bald danach aber hieß es seitens des Verteidigungsministeriums, dass am „Ende der militärischen Nutzung mit 2016“ kein Weg vorbeiführe.

In Beantwortung der Anfrage meint Minister Klug nun, dass mit dem Land NÖ eine gemeinsame Lösung in der Nachnutzung gesucht werde. Klug zur Zukunft der hier bediensteten Soldaten (derzeit rund 140): „Bedienstete werden nach Beurteilung des regionalen Personalbedarfs, Berücksichtigung der persönlichen Interessen des Bediensteten sowie der sozialen Verträglichkeit versetzt.“

Im Regelfall würden dies die nächstgelegenen Kasernen sein – also Allentsteig, Weitra, Mautern, Mistelbach, Langenlebarn und Wien. Beim Grundwehrdienst bestehe die einzige Änderung darin, dass Horn „als Einberufungsgarnison nicht mehr in Betracht kommt“.

„Das ganze Ministerium ist ein Sauhaufen“

„Ich kämpfe bis zum Schluss“, will Bürgermeister Maier „seine“ Kaserne nicht hergeben. „Es gab bisher nur einen einzigen Termin auf Landesebene. Sogar die eigene Partei hat Minister Klug aufgefordert, die Schließungspläne noch einmal zu überdenken.“

Was Maier wundert: Es habe mit der Stadt Horn noch keine einzige Kontaktaufnahme gegeben. Dabei sei in der Frage der für die Nachnutzung unabdingbaren Umwidmung die Gemeinde die entscheidende erste Instanz.

Wenn Maier über die Auflassung Ende 2016 spricht, steigt sein Ärger hörbar an, und er findet starke Worte für den scheinbar übermächtigen „Gegner“ in Wien. Man wisse nicht, was gerade stimme. „Das ganze Ministerium ist ein Sauhaufen – und der Fisch beginnt bekanntlich am Kopf zu stinken.“

Dass Horn aktuell schlechte Karten hat, liegt aber auch für den Lokalpolitiker auf der Hand. „Ich glaube, uns rettet nur mehr ein neuer Minister …“

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