Erstellt am 16. Juni 2016, 02:15

von Rupert Kornell

Kleine Schule ganz groß. Neue Mittelschule Irnfritz holte sich erste Plätze bei den Waldjugendspielen, bei den Wasserjugendspielen sowie bei der Englisch- und der Mathematikolympiade.

Bezirkssieger der in Form eines Teambewerbs ausgetragenen »English Olympics« wurden Patrick Lausch, Leni Lager - sie gewann auch den Einzelbewerb der Mathematik-Olympiade im Bezirk Horn -, Katharina Erdinger und Katrin Daniel (vorne, von links) mit Pflichtschulinspektor Franz Weinberger und ihren Lehrerinnen Irene Forstner, Barbara Vogl-Miloczki, Renate Hofbauer und Alexandra Meinhard (dahinter, von links). Fotos: Rupert Kornell  |  NOEN, Rupert Kornell
Einen „Lauf“ sondergleichen legte die Neue Mittelschule (NMS) Irnfritz in den letzten Wochen hin. Gleich viermal stellte man im Bezirksvergleich mit anderen Mittelschulen den Sieger: bei den Wasser- und Waldjugendspielen durch die 2a- bzw. 3b-Klasse sowie bei der Englisch- und bei der Mathematik-Olympiade.

Damit nicht genug, es kommen noch Erfolge beim Kreativwettbewerb der Sparkasse Horn und beim Cross Country-Lauf dazu.

Lehrer sind ebenso engagiert wie Schüler

„Auch wenn vielleicht das eine oder andere Mal etwas Glück dabei war, aber jetzt merken wir, dass unsere über viele Jahre geleistete Entwicklungsarbeit greift“, freut sich Direktorin Irene Herzog-Genner mit ihrem Pädagogenteam.

„Erstaunlich, dass eine kleine Schule (120 Schüler, Anm.) so viel gewinnt“, bemerkt Pflichtschulinspektor Franz Weinberger anerkennend. „Das liegt nicht nur an den guten und engagierten Schülern, dafür sind auch die ebenso engagierten Lehrer mitverantwortlich.“ Derartige Bewerbe sind gut, aber entscheidend ist für ihn die Gesamtheit der Schule, und die ist für ihn äußerst positiv.

„Wir werden oft ,von denen da oben‘
im Stich gelassen, wir brauchen viel
mehr Ressourcen!“
Direktorin Irene Herzog-Genner


„Eine Trendwende vom Einzelkämpfer zur Teamarbeit“, sieht Weinberger nicht nur bei den Lehrern, sondern auch bei den Schülern: „Nur Mathematik war ein Einzelbewerb, in allen anderen Wettbewerben war das Team gefordert.“

Die „Feedback-Kultur“ über Stärken und Schwächen der Schüler und die Zusammenarbeit mit den Eltern – die KEL-Gespräche (Kind-Eltern-Lehrer) sind ein wichtiger Baustein – mit dem Angebot der Nachmittagsbetreuung als wertvolle Ergänzung ortet Herzog-Genner als Grundlage für eine erfolgreiche Arbeit. „Da haben auch die Lehrer umdenken müssen“, ergänzt Weinberger, „der ständige Austausch miteinander, auch fächerübergreifend, macht sich bezahlt.“

Bei allem Lob, das auf „ihre“ Schule abfällt, spart die Direktorin aber auch nicht mit Kritik: „Wir werden oft ,von denen da oben‘ im Stich gelassen. Wir sind keine Wunderwuzis, wir schaffen nicht noch mehr, wir brauchen ganz einfach mehr Ressourcen, zeitgemäßere Materialien.“ Sie plädiert für größtmögliche Unterstützung bei der Inklusion (volles Recht für gemeinsame Erziehung, gemeinsamen Unterricht, auch für Kinder mit besonderen Bedürfnissen): „Sonst schaffen wir das nicht!“