Erstellt am 11. Dezember 2015, 17:43

von Robert Schmutz

Kohlegrube lebt auf. Mitglieder des Modellbauzentrums Gars ließen in mühevoller Arbeit das Langauer Bergwerk wieder auferstehen.

Günter Billing, Hermann Bald reich, Erhard Bauer und Christian Maragoni (v.l.) installierten in einem Raum des Freizeitmuseums Langau die Braunkohlegrube 1950, die im Maßstab 1:87 in unzähligen Arbeitsstunden mithilfe des Modellbauzentrums Gars entstand. Foto: Robert Schmutz  |  NOEN, Robert Schmutz

Nach einem Jahr Bauzeit mit unzähligen freiwillig geleisteten Arbeitsstunden wurde nun das Modell des Bergwerkes mit Stand aus dem Jahr 1950 im Maßstab 1:87 in einem eigens dafür adaptierten Raum im Freizeitmuseum installiert.

„Wir waren im Frühjahr verzweifelt“

Von Ideenbringer Günter Billing, Hermann Baldreich (beide aus Hessendorf), Erhard Bauer, Christian Maragoni und Oskar Göschl aus Gars, Gerhard Etzendorfer aus Zissersdorf – alle Mitglieder des Modellbauzentrums Gars – wurden die Kohlegrube, die Materialseilbahn, die Sieberei samt Brückenwaage, das Bahnbetriebsareal, die Baracken, das technische Büro, die Hochkippe, Versuchsbohrungen und Siedlungshäuser nachgebildet. Brigitte Fritz aus Oberhöflein hat die Objekte „gealtert“, sie also „verwittern“ lassen.

Die Wandbemalung im Aufstellungsraum gestaltete der Langauer Reinhard Mayerhofer. Seitens des Modellbauvereins wurde die finanzielle Vorgabe von 20.000 Euro Materialkosten eingehalten. Christian Maragoni tritt der Ansicht, Modellbau sei eine Kinderei für Erwachsene, vehement entgegen: „Das ist keine Spielerei. Das ist echte Arbeit und letztlich ein Kunstwerk. Gut, dass Günter diese Idee hatte. Wir würden dieses Projekt mit Freude wieder machen.“

Vor Probleme stellte die Modellbauer die Originalkohle, die in der Baugrube aufgebracht wurde. Durch ihren Schwefel oxidierten die Schienen. Erhard Bauer dazu: „Wir waren im Frühjahr verzweifelt. Aber durch den heißen Sommer verflüchtigte sich der Schwefel.“

Wermutstropfen ist der zu kleine Raum. Baldreich: „Das Objekt ist von allen Seiten genau ausgeführt. Schade, dass man nicht rundherum gehen kann.“ Billing ergänzt: „Durch den Einbau eines zweiten Fensters wurde das etwas gemildert. Wir hätten sonst auch den Bahnhof gebaut.“

Die offizielle Übergabe und Inbetriebnahme wird im Frühjahr 2016 erfolgen.