Erstellt am 08. Oktober 2015, 19:49

von Martin Kalchhauser

Kolibakterien: Wasser ungenießbar!. Altenburger Gemeinde warnte Bürger. Herkunft der Verunreinigung ist unklar.

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Bereits seit mehreren Wochen hatten zahlreiche Altenburger über Übelkeit und wiederkehrende Darmprobleme geklagt. Die Ursache wurde in einem Magen-Darm-Virus vermutet. Doch die gesundheitliche Beeinträchtigung könnte eine andere Ursache haben: verunreinigtes Trinkwasser! 

Verschmutzung bei Routineuntersuchung entdeckt

Die Ernüchterung kam, als am Dienstag, 6. Oktober das Ergebnis der routinemäßigen jährlichen Überprüfung der Wasserqualität bekannt wurde. Urteil: „Das Wasser ist nicht als Trinkwasser geeignet.“ Im kühlen Nass wurden Kolibakterien entdeckt. Sie kommen vor allem in der Darmflora von Säugetieren vor, sind also ein Zeichen für eine Verunreinigung des Wassers mit Fäkalien. Aber auch Enterokokken (den Kolibakterien ähnliche Verunreinigungen, Anm.) wurden gefunden. 

Burgerwiesener Wasser extrem belastet

 Besonders hoch belastet was das Wasser bei der Entnahmestelle in der Katastralgemeinde Burgerwiesen (der Wert bei den Kolibakterien, der 0 sein sollte, betrug dort 10), in Altenburg (5) und Fuglau (3). Kurios: In Mahrersdorf ist das Wasser laut Untersuchung völlig unbelastet. Enterokokken kamen in der Fuglauer Probe vor.

Dabei hängen alle vier Orte an der zentralen Wasserleitung, die aus Horn gespeist wird. Der hohe Wert in Burgerwiesen nährt die Vermutung, dass bei der kürzlich erfolgten Reparatur eines Rohrbruchs im Bereich des dortigen Hochbehälters nicht sauber gearbeitet wurde. Bewiesen sei das bis dato aber nicht, wie der Amtsleiter der Gemeinde Altenburg, Markus Smeritschnig betont. „Da müssten auch andere Indizien darauf hinweisen. Das ist aber nicht der Fall.“ 

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Warnungen auch über Internet verbreitet

 Die Gemeinde reagierte laut Bürgermeister Markus Reichenvater unverzüglich. „Wir haben das Ergebnis um 10.30 Uhr erfahren, und schon ab 12 Uhr wurden Bürger der Gemeinde verständigt“, betont er. SMSes und andere Meldungen im Internet kursierten, mit einem Flugblatt mit dem Wortlaut „Amtliche Mitteilung: Kein Trinkwasser!“ wurden die Bürger darauf aufmerksam gemacht, dass sie ihr Leitungswasser nicht mehr trinken sollten. Allenfalls kann man es nach mindestens dreiminütigem Abkochen bedenkenlos verwenden. 

Kostenloses Mineralwasser für alle Bürger

 Von der Gemeinde Altenburg wird den Bewohnern aber derzeit kostenlos stilles Mineralwasser angeboten. „Das müssten wir nicht tun, aber wir sehe das als wichtigen Service für die Leute“, streichen Reichenvater und Smeritschnig unabhängig voneinander im Telefonat mit der NÖN hervor. Am Platz hinter dem Gemeindeamt können sich Bürger der Gemeinde seit zwei Tagen kostenlos mit Mineralwasser eindecken, das Palettenweise herangekarrt wird. Pro Haushalt und Tag wird eine Sechserpackung 1,5-Liter-PET-Flaschen ausgegeben. 

Nachbargemeinde hilft mit Trinkwasser aus

 Während die Ursachenforschung im Laufen ist, will die Gemeinde die Trinkwasserversorgung ab der kommenden Woche mit Hilfe eines Tanks sicherstellen. Damit soll unbedenkliches Wasser aus der Nachbargemeinde Röhrenbach geholt werden. „Wir müssen unser Wasser auch chlorieren“, stellt Smeritschnig fest.

Eine entsprechende Anlage wurde bereits angekauft. Auf die Frage, wie lange die Beeinträchtigung anhalten könnte, hat Bürgermeister Reichenvater nur eine Vermutung parat: „Das kann schon zwei Wochen dauernd. Es sind die zuständigen Stellen des Landes eingeschaltet und auch die Gesundheitsabteilung der Bezirkshauptmannschaft ist über den Stand der Dinge genau informiert.“
 

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