Erstellt am 08. Juni 2016, 05:40

von Martin Kalchhauser

Abwehr gegen das Unbekannte. Martin Kalchhauser über die steigende Ablehnung gegenüber Flüchtlingen.

Der anfängliche Enthusiasmus, mit dem Flüchtlinge bei uns aufgenommen worden sind, scheint verflogen. Bei den jüngsten Bemühungen dominieren Skepsis und offene Ablehnung. Burgschleinitz ist ein trauriges Beispiel dafür.

Leider spiegelt sich hier die allgemeine Stimmung gegenüber Hilfsbedürftigen aus den Kriegsgebieten wider. Auf Bundesebene haben längst Überlegungen zu Grenzsicherung und Zuzugsbegrenzung die Suche nach guten Lösungen abgelöst.

Im Bezirk Horn gibt es überall dort, wo Flüchtlinge aufgenommen wurden, fast ausschließlich positive Erfahrungen. In Burgschleinitz will eine große (zumindest laute) Mehrheit erst gar keine Erfahrungen machen. In Deutschland wurde bekanntlich von der Anti-Flüchtlings-Initiative „Pegida“ dort am meisten gegen den Zuzug Fremder protestiert, wo es nur wenige oder keine gab. Genau dieser „Pegida-Effekt“ ist nun auch in Burgschleinitz zu beobachten.

Bei allem Verständnis für Sorgen und Ängste: Es ist schade, dass die Debatten nun auch auf tiefes Niveau zu sinken drohen. Nicht nur am Stammtisch!