Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:47

von Bernd Dangl

Der Sturz des „Gesetzten“. Bernd Dangl über den Rauswurf von Masaki Morass beim SV Horn.

Wenn ein Co-Trainer seinen Hut nehmen muss, dann ist das normalerweise nichts Aufregendes. Im Fall der Trennung des SV Horn von Masaki Morass ist das doch etwas anders.

Eigentlich galt der Austro-Japaner als „gesetzt“. Ein japanischer Co-Trainer bei einem von einem Japaner geführten Verein macht sich nicht schlecht. Genauso wie der eine oder andere Quoten-Japaner im Kader. Denn von Leistungsträgern sind Shota Sakaki und der ohnehin nur noch bei den Amateuren eingesetzte Rintaro Yajima weit entfernt.

Außerdem: Masaki Morass war es, der für die Horner den Kontakt mit Star Keisuke Honda herstellte. Dafür wurde ihm in der offiziellen Presseaussendung vonseiten des Vereins auch gedankt. Nun darf er gehen …

Hinter den Kulissen dürfte es schon lange gebrodelt haben: Cheftrainer Hans Kleer fühlte sich von seinem Co massiv hintergangen, Morass hingegen von seinen Landsleuten unter Druck gesetzt. Nun kam‘s zu einem ersten Knall, noch zu keiner Explosion.

Morass kündigte zwar an, „es“ unter Umständen „krachen zu lassen“, selten wird aber so heiß gegessen wie gekocht. Zudem gilt Horns neuer Boss Rudi Laudon als besonnener Zeitgenosse, der weiß, dass selbstinitiierte Unruhe fehl am Platz ist – vor allem dann, wenn es sportlich sowieso nicht wie erwünscht läuft.