Erstellt am 10. August 2016, 06:33

von Martin Kalchhauser

Linie mit hoher Symbolkraft. Martin Kalchhauser über die Zukunft der Kamptalbahn.

127 Jahre alt ist sie heuer – und es ist nicht das erste Mal, dass die Kamptalbahn zur Diskussion steht. Leere Waggons (vor allem an Wochenenden und in den Ferien), wenige Fahrgäste, Konkurrenz durch schnellere Wieselbuslinien, … Die Zukunft ist wieder einmal höchst ungewiss.

Mögliche Zukunftsszenarien kann man in der Nachbarschaft in der Praxis sehen. Die Wachau hat nur mehr eine Erlebnisbahn mit Wochenend- und Saisonbetrieb, und im Bezirk Waidhofen ist eine ehemalige Bahntrasse jetzt ein Radweg.

Eine ehrliche Bestandsaufnahme könnte ergeben, dass sich der Betrieb der Kamptallinie tatsächlich nicht mehr rechnet. Wer will für den finanziellen Abgang aufkommen?

Eines darf allerdings nicht außer Acht gelassen werden: Mehr als andere Nebenbahnen hat die Kamptalbahn mit ihrer langen Tradition hohen Symbolcharakter. Sie sichert einem strukturschwachen Gebiet eine Anbindung an die Franz-Josefs-Bahn und die Strecke Krems-Wien. Auch diese Überlegungen müssen in die Zukunftsdebatte für die Strecke Sigmundsherberg-Hadersdorf einfließen!