Erstellt am 07. Oktober 2015, 06:07

von Martin Kalchhauser

Praxistest für Vorschläge fehlt. Martin Kalchhauser über Pläne und Realität in der Verwaltung.

Während man in NÖ in vielen Bereichen auf Dezentralisierung setzt, soll es nach Meinung des Rechnungshofes bei den Bezirksverwaltungsstrukturen in die andere Richtung gehen. Zu viele zu kleine Einheiten seien die Ursache dafür, dass die Verwaltung der Bürger in den bevölkerungsarmen Bezirken des Waldviertels unnötig viel Geld kostet.



Die Idee, Gmünd, Horn und Waidhofen zu einem Bezirk zu vereinen, mag auf den ersten Blick verlockend sein. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die Sache in der Praxis aber den einen oder anderen Haken hat. Wer will schon für die Ausstellung von Führerschein oder Reisepass hundert Kilometer quer durch das Waldviertel gondeln?

Die Pläne oder Vorschläge der „Schreibtischtäter“ müssen vor ihrer Umsetzung auf ihre Praxistauglichkeit abgeklopft werden. Vor allem aber sollte man nicht darauf vergessen, dass eine solche Strukturreform das wirtschaftlich und demografisch ohnehin benachteiligte Waldviertel schwer treffen könnte. Vielleicht würde sie sogar noch ein weiteres Mal kräftig an der nach unten führenden Spirale drehen.