Erstellt am 22. Januar 2016, 15:27

von Daniel Lohninger

Land prüft "Horn-Spange". Studie zur Anbindung der Bezirksstadt soll bis Sommer erste Ergebnisse bringen. Tschechien prüft Elektrifizierung bis Veselí. Baubeginn könnte 2017 sein.

Die große Bahnbrücke in Eggenburg wurde von den 13 Greenpeace-Aktivisten »beübt«. Die Polizei beendete das lebensgefährliche Treiben. Foto: privat  |  NOEN, privat

Die Franz-Josefs-Bahn stand im Mittelpunkt des ersten Arbeitstreffens zwischen Landeshauptmann Erwin Pröll und dem tschechischen Verkehrsminister Jan Tok in St. Pölten. Sowohl Pröll als auch Tok unterstrichen dabei die Bedeutung der Franz-Josefs-Bahn als Zukunftsachse.

„Unser Hauptziel ist es, das Pendeln aus dem Waldviertel in Richtung Wien zu beschleunigen“, so Pröll. Er legte sich erneut fest, dass es das Ziel sei, die Strecke zwischen Gmünd und Wien mit dem Zug in unter zwei Stunden zu bewältigen. Möglich sein werde das nur, wenn bauliche Maßnahmen gesetzt werden. Die Grundlagen dafür werden im Rahmen einer Studie erarbeitet (die NÖN berichtete), die im Sommer fertig sein wird.

Drei wesentliche Maßnahmen sind es, die das Land derzeit prüft: Bestandsverbesserungen der Bahntrasse zwischen Horn und Gmünd sowie im Bereich Maissau und zudem die Errichtung einer Direktspange, die Horn an die Achse anbindet. „Das würde auch einen weiteren Anschluss der Franz-Josefs-Bahn an die Kamptalbahn ermöglichen“, führt Pröll aus.

Neuer Anlauf für Elektrifizierung der Strecke

Aber auch auf tschechischer Seite tut sich erstmals seit Jahren etwas. Tschechiens Verkehrsminister versicherte, dass er die Bemühungen um die Elektrifizierung der Strecke zwischen eské Velenice und Veselí nad Lužnicí – die Tschechien 2012 zur Nebenbahn zurückgestuft hat – intensivieren werde. „Die Franz-Josefs-Bahn ist die älteste und kürzeste Zugverbindung zwischen Wien und Prag und könnte eine schnelle Alternative zur derzeitigen Hauptverbindung werden“, so Tok.

Noch vor dem Sommer wird er eine Studie in Auftrag geben. Die Ergebnisse sollen im nächsten Frühjahr vorliegen, danach könnte bereits mit den Arbeiten begonnen werden. Tok verspricht auf NÖN-Nachfrage, dass es Tschechien diesmal ernst meine: „Ich weiß, es gab schon viele Studien. Wir haben aber den Bahnhof in Veselí elektrifiziert, also kann der nächste Schritt nur die Elektrifizierung der Strecke sein.“ Derzeit wird die Strecke zwischen Veselí und Benešov zweigleisig ausgebaut – sie kann künftig mit 160 km/h befahren werden.

Ist das Teilstück zwischen eské Velenice und Veselí elektrifiziert, wären die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass irgendwann wieder Direktzüge zwischen Wien und Prag auf der Franz-Josefs-Bahn verkehren.