Horn

Erstellt am 21. Juli 2016, 03:00

von Thomas Weikertschläger

Langfristige Effekte in Horn- Keine Kündigungen. Landwirtschaftskammer will mit Strukturreform ihr Leistungsangebot erhöhen. Jobs in BBK Horn nicht gefährdet.

Im Rahmen einer Vollversammlung tagten die Vertreter der Landwirtschaftskammer NÖ mit Kammersekretär Leopold Weiß, Kammerobmann Herbert Hofer, Landwirtschaftskammer-NÖ-Präsident Hermann Schultes, Landesrat Stephan Pernkopf und Kammerrat Andreas Boigenfürst (von links) im Bildungszentrum Mold. Eduard Reininger  |  NOEN

Mit einer Struktur- und Organisationsreform will sich die NÖ Landwirtschaftskammer fit für die Zukunft machen. Die Neuorientierung soll mehr Effizienz und Professionalisierung in der Beratung bringen und so das Leistungs- und Beratungsangebot der Kammer, aber auch deren Finanzierung langfristig sicherstellen.

Daher werden die einzelnen Bezirksbauernkammern künftig enger miteinander kooperieren, etwa die Horner BBK mit jener in Waidhofen/Thaya, wie BBK-Obmann Herbert Hofer sagt. Erste Gespräche mit den Kollegen aus Waidhofen habe es bereits gegeben, allerdings werde es „Übergangszeiträume“ geben, in denen sich die Mitarbeiter der einzelnen Kammern abstimmen.

Als Beispiel für künftige engere Kooperationen nannte Hofer den „Tierzuchtberater“. „Die Tierzucht ist im Bezirk Horn nicht mehr dominant. Es ist nicht sinnvoll, einen alleinigen Tierzuchtberater mit all den notwendigen Schulungen für den Bezirk Horn zu haben“, so Hofer.

Wichtig sei aber, dass alle 21 BBK-Standorte im Land bestehen bleiben und es keine Kündigungen geben werde. Mittelfristig sollen landesweit durch „natürliche Abgänge“ 30 Mitarbeiter reduziert werden. Davon verspricht sich die Landwirtschaftskammer Einsparungen von 1,6 Millionen Euro, wie Präsident Hermann Schultes erklärt.

„Junge Kollegen sind voller Tatendrang“

Als Grund für die Umstrukturierung nennt Hofer auch die sich rasch ändernden Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft: „Darauf muss eine Dienstleistungsorganisation reagieren.“ Langfristig sei durch die Spezialisierung der Mitarbeiter daher eine Verbesserung der Beratungsprodukte zu erwarten.

Derzeit ortet Hofer in der Landwirtschaft im Bezirk Horn trotz der schwierigen Preissituation eine positive Stimmung: „Unsere Leute bleiben ruhig. Heuer schaut es für die Erträge gut aus, das hebt die Stimmung. Vor allem die jungen Kollegen sind voller Tatendrang.“ Allerdings seien bessere Preise für die Bauern langfristig das Um und Auf für die Landwirtschaft.

Im Rahmen einer Konferenz in Mold forderte daher die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer NÖ ein umfassendes Entlastungspaket für bäuerliche Betriebe. Darin enthalten sind etwa steuerbefreiter Agrardiesel und der Entfall einer Quartalsvorschreibung bei der Sozialversicherung.

Die derzeit schwierige Situa tion in allen Branchen (von der Milchwirtschaft über den Schweinesektor bis zu pflanzlichen Märkten und dem Obstbau) verlangten außerordentliche Entlastungsmaßnahmen, hieß es. Den Betrieben drohe zum fünften Mal in Folge ein Einkommensrückgang. „Wichtig ist, dass den Bäuerinnen und Bauern jetzt rasch und unbürokratisch geholfen wird“, so Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes.