Erstellt am 08. Oktober 2015, 06:02

von Michael Kremser und Melanie Windbüchler

Männerchor-Mitglieder als Filmstars. Der Männergesangsverein „Liederkranz“ Neudörfl aus dem Burgenland spielt bei der Verfilmung des Lebens von Kaiser Maximilian I. singende Mönche - die Dreharbeiten waren im Bezirk Horn.

Peter Röschel, Roland Portius, Günther Kornfeld, Rudi Belloschitz, Hans Alfanz, Johann Ugrinovich, Gerald Lachowitz und Othmar Schwarzlmüller. Foto: Privat  |  NOEN, Privat
Einige Mitglieder des Männergesangsverein „Liederkranz“ Neudörfl werden in Zukunft nicht mehr nur durch ihre musikalischen Darbietungen bekannt sein.

Schauspielerisches Talent und „Tonsur“ für die Haare

In der Filmbiografie „Der letzte Ritter“, die das Leben von Kaiser Maximilian I. (1508-1519 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, ab 1493 Erzherzog von Österreich und damit Herrscher über das damalige Territorium) beschreibt, zeigen die Sänger ihr schauspielerisches Talent.

Als Abteichor sind acht von ihnen in dem Filmepos, der sich auf drei Ausstrahlungseinheiten erstreckt, zu sehen. Die Reihe soll im kommenden Jahr erscheinen.

„Letztes Jahr hatte der Gesangsverein ein gemeinsames Konzert mit einer bekannten Acapella-Gruppe. Eine Agentur wurde daraufhin auf uns aufmerksam“, berichtet Hubert Katzensteiner, selbst einer der örtlichen Vokalisten und bereits seit jener Zeit, als er noch in Wien gelebt hatte, im Filmgeschäft tätig, woraus sich auch der Kontakt zur Produktionsfirma ergab.

„Da die vermeintlichen Protagonisten aber eine ‚Tonsur‘ – die teilweise Entfernung der Kopfhaare – erhalten würden, musste ich mich erst mit meinen Kollegen absprechen. Ich habe mich dann mit dem Obmann, Roland Portius, zusammengesetzt und wir konnten gemeinsam acht Männer mobilisieren, die mitmachten“, so Katzensteiner.

„Wurden von vier verschiedenen Kameras gefilmt“

Vorbereitend ließen sich die Männer die Haare wachsen und studierten den Text ein. „Wir mussten ein lateinisches Lied aus dem 15. Jahrhundert einüben. Wir wären auch bereit gewesen, es live zu singen. Schlussendlich wurde jedoch eine Play-Back-Aufnahme eingespielt“, erzählt der Obmann des MGVs, der selbst als einer der Darsteller im Film mitwirkt.

„Die Dreharbeiten fanden auf der Rosenburg statt. Zuerst wurden einige von uns noch vorbereitet und eingekleidet ehe man uns in der Burg aufgenommen hat“, so der Portius.

16 sogenannter „Takes“ waren notwendig, bis der Dreh für die „Mönche“ abgeschlossen war: „Wir wurden von vier verschiedenen Kameras gefilmt. Es war sehr spannend für uns, mitzubekommen, was bei einem Filmdreh alles geschieht und auf welche Details geachtet wird“, lobt Katzensteiner den Chor für sein Engagement: „Die Männer haben jeden „Take“ mit Bravour gemeistert.