Erstellt am 15. Dezember 2015, 00:53

von Martin Kalchhauser

Malala-Film bewegte Flüchtlinge. Mutiges Mädchen ließ Zuschauer staunen. 16 Asylanten sahen Film über Nobelpreisträgerin aus Pakistan im Stadtkino.

Flüchtlinge aus dem Haus Helina in Horn waren bei Kinobetreiberin Silvia Meingast (mit Blumenstrauß) zu Gast und sahen den aufrüttelnden Film „Malala“ über die gleichnamige Nobelpreisträgerin aus Pakistan.  |  NOEN, privat

"Ein unglaublich mutiges Mädchen!" In dieser Einschätzung der Nobelpreisträgerin Malala Yousafzai, 18, die 2014 den Friedensnobelpreis erhielt, waren sich die 16 Bewohner des Hauses Helina einig. Sie sahen auf Einladung der Betreiberin Silvia Meingast „Malala – ihr Recht auf Bildung“, den FIlm über die junge Bewohnerin Pakistan, die wegen ihres Eintretens für Bildungschancen für Mädchen Ziel Anschlags wurde.

Die Gäste, begleitet von ihrer ehrenamtlichen Deutschlehrerin Anita Dobrez-Lehr und ihren Freunden Lisa Stern und Eric Spitzer-Marlyn, diskutierten nach dem Film noch in Deutsch und Englisch, wodurch sich auch ein für beide Seiten fruchtbares Kennenlernen ergab.

"Hut ab vor so viel Menschlichkeit!“

„Es war ein ganz besonderer Moment, den Film Malala mit den Helina-Bewohnern zu sehen. Ihre Erfahrungen haben sich im Kino widergespiegelt“, zeigte sich auch Lisa Stern beeindruckt. „Nur, wer diese Umstände selbst kennt, kann den Mut dieses Mädchens richtig ermessen“, meinte etwa ein Syrer,. Zwar gab es auch kritische Anmerkungen („Der Film ist sehr emotional gemacht, sehr ,amerikanisch‘.“), aber: „So ist es wirklich bei uns. Oder eher sogar noch schlimmer!“

„Ich bin bei den Explosionen erschrocken. Für euch ist das nur ein Film, für uns sind es lebendige Erinnerungen!“, machte eine Aussage eines anderen Flüchtlings betroffen. „Ich persönlich glaube auch: Nur wer diesen Terror selbst gesehen hat, begreift den ungeheuren Mut dieses jungen Mädchens und seines Vaters.“

Eric Spitzer-Marlyn: „Ich finde es anerkennenswert, wie herzlich Silvia Meingast die Asylanwärter eingeladen hat. Hut ab vor so viel Menschlichkeit!“