Erstellt am 17. Februar 2016, 05:04

von Martin Kalchhauser

„music night“ könnte teurer Spaß werden. Böse Überraschung und Verwirrung um Gratis-Bons. Hat Intervention gegen drohende Nachverrechnung der AKM-Gebühren Erfolg?

Die Veranstalter Martin Schober (l.) und Martin Neugebauer (r.) mit Gastwirt Werner Oppitz (und der bei ihm spielenden Band) beim Auftakt der »music nights« 2015: Veranstaltern drohen Nachzahlungen! Foto: Willi Brem  |  NOEN, Willi Brem

Müssen die Eggenburger Wirte, die bei der „music night“ mitgemacht haben, empfindliche Nachzahlungen an die AKM leisten?

Schober bat Nationalrat Groiß um Hilfe

Bei jeder Veranstaltung kassiert die AKM („Autoren, Komponisten, Musikverleger“) mit und leitet den Musikurhebern ihre Tantiemen weiter. Jeder Wirt erhält einen Gratisbon pro Jahr und ist so einen Tag – kann im Einzelfall mehrere hundert Euro ausmachen – befreit.

Die Eggenburger Wirte – zuletzt 2015 waren es sieben – lösen ihre AKM-Bons seit drei Jahren für die Music-Night-Abende ein. Obwohl extra „Veranstaltungslokal oder -platz“ ausgefüllt werden muss, vertritt die AKM nun die Ansicht, das gelte nur im Lokal oder im Gastgarten. Weil die Eggenburger Wirte aber an den Sommerabenden jeweils Straße oder Platz vor dem Lokal bespielen, sei nun eine Zahlung fällig.

Nicht zuletzt beunruhigt die drohende Nachzahlung für drei Jahre. „Ein Witz!“, meint dazu Martin Neugebauer, der mit Martin Schober die Veranstaltungen seitens des Wirtschaftsbundes koordiniert. Er hat Nationalrat Werner Groiß um Hilfe gebeten, und dieser glaubt, mit einer Intervention via WK-Präsidentin Sonja Zwazl die Sache bereinigt zu haben. „Wer eine Rechnung bekommt, soll sie zurückschicken. Wir werden das weiter beobachten.“

Wirte wollen keine Almosen, nur Sicherheit

Aber für wie lange ist Ruhe? Neugebauer: „Wir wollen keine Almosen. Nur: Wenn es Bons gibt, müssen die auch gelten!“

Karin Pribyl von AKM NÖ will jeden Fall einzeln klären. „Der Bon kann nur eingelöst werden, wenn die Veranstaltung im Betrieb oder im Gastgarten stattfindet. Der Eggenburger Hauptplatz, wo in einem Fall die Tische gestanden sind, gehört sicher nicht dazu.“

Auch bei einer Musiker-Gage von mehr als 656 Euro (im Kleingedruckten am Bon vermerkt, Anm.) gelte der nicht. Das sei in einem Fall so gewesen. „Eine Rückverrechnung steht nicht zur Diskussion, aber für 2015 schauen wir uns die einzelnen Veranstaltungen an.“ Dann werde man nach den Bestimmungen vorgehen.