Erstellt am 20. Dezember 2015, 05:23

von Eduard Prinz

Musiker sofort „ein Herz & eine Seele“. Orgelwort wurde wegen des großen Andrangs an einem Abend zweimal gegeben.

Otto Lechner (Akkordeon), Alexander Doent (Organisation), Melissa Coleman (Violoncello) und Karl Ritter (Gitarre).  |  NOEN, Willi Brem

Psychologisch dichte Erzählungen in hochkarätiger Musik: Das Orgelwort mit Otto Lechner musste wegen des enormen Interesses wiederholt werden und bleibt als Ausnahmeereignis im Gedächtnis.

Mit Lechner und seinen Freunden Melissa Coleman und Karl Ritter traten drei charismatische Solisten in Eggenburg auf, die sich spontan – wie im Funkenflug – musikalisch verständigten. Dabei gehört zur „Herzunruhe“ (der Titel stammt von Franz Kafka) eine längere Vorgeschichte, wie Initiator Alexander Doent in seiner Begrüßung erwähnte: Vor nunmehr 30 Jahren erhielt Otto Lechner – er ist blind – Kassetten mit darauf gesprochenen Kafkatexten als Geschenk. Im Lauf der Zeit lernte er sie alle auswendig.

Bei Lechners gut artikuliertem Vortrag des Sirenen-Mythos oder der durchaus beängstigenden Landarzt-Geschichte kommt immer etwas Magisches ins Spiel – wenn er seinem Instrument wie einem Zauberkoffer intensive Klänge entlockt.

Furiose Interpretation

Das zahlreiche Publikum erlebte eine furiose Interpretation durch das perfekt eingespielte Trio am dafür sehr geeigneten „Boden“ des Landgasthauses Seher. Die unmittelbar darauffolgende Reprise des Programmes gelang ebenso spannend – was der Rezensent (der beide Durchgänge vollständig miterleben durfte) bezeugen kann.

Großer Applaus und Jubel, für den Doppel-Virtuosen des Akkordeons und der Memorierkunst, für Lechner und seine Freunde. Ein weiterer starker Impuls im kulturellen Geschehen der Stadt und Region!