Erstellt am 22. Mai 2016, 05:24

von Thomas Weikertschläger

Nantongo aus Uganda: „Ich liebe Schnitzel“. Angela und Ulrich Kroitzsch beherbergen zum dritten Mal internationalen Gast – diesmal eine 18-Jährige aus Uganda.

Seit Anfang März beherbergen Angela (links) und Ulrich Kroitzsch (rechts) die 18-jährige Nantongo Nuriam Tamale aus Uganda in ihrem Haus in Burgerwiesen. Foto: Thomas Weikertschläger  |  NOEN, Thomas Weikertschläger

Schon zum dritten Mal beherbergen Angela und Ulrich Kroitzsch einen jungen internationalen Gast. Nach einer Finnin und einem Letten lebt seit dem 9. März die 18-jährige Nantongo Nuriam Tamale aus Uganda in Burgerwiesen.

„Das ist eine große Möglichkeit für mich“

Bei einem Urlaub in Uganda 2012 lernten die Kroitzschs Nantongos Vater kennen, der in seiner Heimat als Guide für Touristen arbeitet. „Der Kontakt ist nie abgerissen“, erzählt Angela Kroitzsch, man habe die Familie dann unterstützt. Schulgeld sei sehr teuer, da Nantongos Vater neben ihren beiden Brüdern auch noch sechs Cousins und Cousinen zu versorgen hat, seien die finanziellen Mittel der Familie knapp.

Nantongo sieht ihren dreimonatigen Aufenthalt im Bezirk Horn als große Chance, eine neue Kultur kennenzulernen. „So eine Reise ist sehr teuer. Dass ich das erleben darf, ist eine große Möglichkeit für mich.“
Mit der deutschen Sprache hat sie zwar noch ein wenig Probleme, bei der Frage nach ihrer Lieblingsspeise bringt sie dennoch ein strahlendes „Schnitzel“ hervor.

Mit dem Rest der österreichischen Küche, die sich stark von der afrikanischen unterscheidet, kann sie sich hingegen weniger anfreunden. Viele Freunde hat sie hingegen in der HLW Horn gefunden, die sie derzeit besucht. „Ich wurde von Lehrern und Kollegen toll aufgenommen“, erzählt sie. Als Gegenleistung präsentiert sie diverse Facetten ihrer Heimat – und macht dabei das, was sie am liebsten tut: „Mit Leuten reden.“

In Burgerwiesen neue Hobbys entdeckt

Begeistert ist Nantongo von der Sauberkeit der Umwelt und der Städte in Österreich. Daneben habe sie aber auch die freundliche Art, mit der man ihr in Horn begegne, sehr erfreut. Angela Kroitzsch dazu: „Nach dem tollen Empfang in der HLW ist sie ganz euphorisch nach Hause gekommen.“

Auch neue Hobbys hat Nantongo in Burgerwiesen schon entdeckt. Neben Schwimmen und Radfahren versucht sie sich an der Gitarre: „Allerdings ohne viel Geduld. Wenn man nicht dahinter ist, bringt sie kaum etwas weiter“, meint Kroitzsch augenzwinkernd und fügt an: „Man merkt, dass Menschen aus dieser Kultur Unterstützung brauchen, wenn sie sich an unsere Gewohnheiten anpassen sollen.“


Nantongo Nuriam Tamale

Geboren: am 25. Jänner 1998 in der Nähe von Kampala, der Hauptstadt Ugandas

Wohnort: Kampala

Schule: Grundschule und muslimische Schule mit Matura in Kampala, derzeit HLW Horn

Familie: Mutter: Nalubega Gorret, Vater: George Ismail Tamale, Brüder: Kabugo, Benjamin sowie sechs Cousinen und Cousins

Hobby: mit Menschen reden