Erstellt am 09. März 2016, 04:39

von Martin Kalchhauser

Neue Chance für Radetzkykaserne. Minister gewährt Aufschub. Horner Stadtchef zielt auf langfristige Absicherung.

Die Radetzkykaserne Horn sorgte 2014 und 2015 für Schlagzeilen, Ende 2016 sollte Schluss sein. In Horn wittert man unter dem neuen Minister Hans Peter Doskozil eine neue Chance. Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser

Wie berichtet, gab es seitens des früheren Verteidigungsministers Gerald Klug, SPÖ, den Plan, die Radetzkykaserne Horn mit Ende des Jahres 2016 zu schließen.

Einen alternativen Plan zur Verwendung des Areals und der Gebäude in Horn gab es jedoch nicht. Seitens der ÖVP wurde dem Vorhaben stets widersprochen, vor allem in der Region gab es beträchtlichen politischen Gegenwind.

Jetzt könnte ausgerechnet die belastende Flüchtlingssituation in Österreich eine positive Wendung für Horn bringen.

Wie die Austria Presseagentur (APA) in der Vorwoche vermeldete (

und unten), nimmt das Verteidigungsministerium zumindest vorläufig von den geplanten Schließungen Abstand. Neben Horn sind auch Kasernen in Freistadt (Oberösterreich), Lienz (Osttirol), Bleiburg (Kärnten) und Tamsweg (Salzburg) von der neuen Planung betroffen.

„Wir haben Zeit gewonnen. Die Schließung
ist auf jeden Fall verschoben.“
Bürgermeister Jürgen Maier

Ministeriumssprecher Michael Bauer sagte zur APA, dass es sich bei der Neuplanung konkret um die fünf angeführten Kasernenstandorte handle. Zusatz: Ob die Kasernen dauerhaft geöffnet bleiben, hänge aber von der Zuteilung der finanziellen Mittel ab, letztlich also vom Finanzministerium.

Nach einem Gespräch mit Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil am Mittwoch, 2. 3., wertete Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll dessen Entscheidung als „richtigen ersten Schritt. Es werden weitere Gespräche folgen.“

Dieselbe Marschrichtung hat auch der Horner Stadtchef Jürgen Maier eingeschlagen: „Man muss das Ganze sehr ruhig betrachten. Wir haben Zeit gewonnen. Die Schließung ist auf jeden Fall verschoben.“ Bei ihm, so der Landtagsabgeordnete, mache sich „verhaltener Optimismus“ breit.

„Uns kann nur ein neuer Minister retten!“ Mit dieser Aussage hatte Maier vor einigen Monaten im Zuge der Debatte um die Zukunft der Horner Kaserne aufhorchen lassen. Der ist jetzt im Amt. Und der Horner streut ihm verbal Rosen: „Mir wurde berichtet, dass er ein sehr pragmatischer, in der Sache konstruktiver Minister ist.“

Militärische Nutzung hat für Horn Priorität

Die gewonnene Zeit will Maier dafür nützen, Überzeugungsarbeit zu leisten und immer wieder auf die hervorragenden Kennzahlen des Horner Standortes hinzuweisen. „Auch, dass die Kadersoldaten aus Horn trotz der schlechten Aussichten seit September 2015 hoch motiviert sicherheitspolizeiliche Einsätze leisten, zeigt von der hohen Qualität hier.“

Wichtig sei, in den Gesprächen und Verhandlungen nicht nur die regionalpolitische Bedeutung zu unterstreichen. „Es geht auch um die Fortschreibung der militärischen Nutzung!“

Völlige Einigkeit gibt es mit Landeshauptmann Erwin Pröll, mit dem sich Bürgermeister Maier in Sachen Kaserne am Freitag, 4. 3., in St. Pölten zu einem Vieraugengespräch traf, über die politische Stoßrichtung: „Ziel ist es, die Kaserne dauerhaft zu erhalten.“



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