Gars am Kamp

Erstellt am 14. Oktober 2016, 02:40

von Rupert Kornell

„Christkind“ für Feuerwehr. 430.000 Euro kostet das neue HLF 3, ein Tanklöschfahrzeug mit einer umfangreichen Zusatzausrüstung, das damit das 25 Jahre alte TLF 4000 ablöst.

Nur einen kleinen Teil der umfangreichen Zusatzausrüstung des primär als Tanklöschfahrzeug gedachten Autos präsentierten Oberverwalter Franz Schiegl und die beiden Kommandant-Stellvertreter Kurt Grien und René Gigl (v.l.).  |  NÖN - Rupert Kornell

„Leuchtende Bubenaugen bei erwachsenen Männern“, konstatierte Bürgermeister Martin Falk bei FF-Kommandant Thomas Nichtawitz, seinen Stellvertretern Kurt Grien und René Gigl sowie einem Teil der Mannschaft, als am Freitag der Vorwoche das neue HLF 3 (Hilfeleistungsfahrzeug der Stufe 3, das größte in der Normgliederung) aus der Feuerwehrschule Tulln nach Gars überstellt wurde, und meinte: „Heuer ist das Christkind schon im Oktober gekommen.“

„Es ist das erste, das aus dem neuen Scania-Werk in den Niederlanden kommt und somit auch das modernste in Niederösterreich“, berichtete Nichta witz beim Fototermin exklusiv für die NÖN stolz. Es löst das im Vorjahr außer Dienst gestellte, weil 25 Jahre alte Tanklöschfahrzeug ab. „Wir sind Tulln dankbar, dass man uns zwischenzeitlich ein ähnliches Auto geborgt hat, um für Eventualitäten gewappnet zu sein“, bemerkte Falk.

Gesamte Großgemeinde profitiert von Auto

Primär sei der Fokus bei der Anschaffung auf den 4.000 Liter-Tank gelegt worden, gewisse „Zugaben“ (siehe Info-Box) seien aber trotzdem unumgänglich gewesen. Nichtawitz: „Es ist ein sogenanntes Branddienstfahrzeug, ein Tanklöschfahrzeug mit Zusatzausrüstung, das sofort in Betrieb geht, im Mai wird es dann bei einem Fest den Segen erhalten.“

Die Kosten für das Auto betragen rund 430.000 Euro, 80.000 zahlt das Land, 185.000 die Gemeinde, die restlichen 165.000 Euro muss die FF Gars aufbringen. „Das geschieht durch Spenden, etwa durch eine bereits laufende Bausteinaktion, bei der man auch online seinen Beitrag leisten kann, durch Veranstaltungen sowie durch Einnahmen bei Einsätzen, die nicht zum Grunddienst der Feuerwehr gehören – und wir haben fleißig gespart“, so Nichtawitz.

„Die Anschaffung war eine gesetzliche und technische Notwendigkeit und ist auch ein großer Brocken für das Gemeindebudget“, betonte Falk und hält fest: „Das Auto gehört wohl der FF Gars, aber es steht der gesamten Großgemeinde zur Verfügung. Damit tragen wir dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung Rechnung.“

Das neue HLF 3

  • Das Fahrzeug: Scania, 360 PS, Kabine für Fahrer und sechs Personen Besatzung, Automatikgetriebe, höchstzulässiges Gesamtgewicht 18 Tonnen, Radstand 4,10 m (garantiert größere Wendigkeit), Aufbau: Magirus Lohr
  • Die Ausstattung (auszugsweise): 4.000 l-Tank, Seilwinde mit 5 t Zugkraft, Lichtmast mit je zwei LED- und Halogenstrahlern in alle Richtungen schwenkbar, 14 kVA-Stromgenerator, Druckbelüfter, drei Pressluftatmer, zwei Unterwasserpumpen, Wasserwerfer, Nieder- und Hochdruckpumpe, Mehrgas-Messgerät, Wärmebildkamera, Rauchvorhang, selbstverständlich Schläuche und technisches Schanzgerät …