Irnfritz-Messern

Erstellt am 07. Februar 2018, 05:51

von Rupert Kornell

Elektronik-Schrott auf Schweden-Reise. Sekundärrohstoffe der Irnfritzer Firma Stark sind in ganz Europa gefragt, Bahn ist ein wichtiges Transportmittel.

Firmenchef Reinhard Stark auf dem Ladebereich, der an den Bahnhof Irnfritz angebunden ist, mit Logistikleiter Andreas Österreicher und Lagerleiter Thomas Hengstberger (von links).  |  Rupert Kornell

„Die Wirtschaft ,brummt‘ ordentlich, das spüren auch wir ganz deutlich“, freut sich Gottfried Stark, wie sein Bruder Reinhard, Geschäftsführer des in Irnfritz ansässigen Betriebes, der sich in den letzten Jahren vom Abfallentsorger hin zum Sekundärrohstoff-Lieferanten weiterentwickelt hat.

Ein Beispiel für viele: Vor wenigen Tagen wurde ein Waggon, beladen mit 30 Tonnen Abfällen aus der Elektronik-Industrie, auf die Reise nach Schweden in ein Recyclingwerk rund tausend Kilometer nördlich von Stockholm geschickt.

„Von einem Ausbau der Franz-Josefs-Bahn wird nicht nur das Waldviertel, sondern auch der Raum Linz und die Region Budweis profitieren!“Reinhard und Gottfried Stark

Der rund 2.600 km lange Weg ist ein umständlicher, muss doch der Waggon zuerst von Irnfritz zum Zentralverschiebebahnhof Wien-Kledering geschickt werden, ehe er – über Deutschland und Dänemark inklusive Fähre – in Nordschweden ankommt.

Der Wunsch der beiden nach einer Aufwertung der Franz-Josefs-Bahn ist daher verständlich: „Derzeit endet die Bahn ja mehr oder weniger in Gmünd. Würde sie direkt über Tschechien nach Berlin und von dort weiterführen, könnten die Kosten für uns dank besserer Kapazität gesenkt werden. Nicht nur das Waldviertel, auch der Raum Linz oder die wirtschaftlich starke Region Budweis könnten davon profitieren.“

Handwerker gesucht, aber auch Lehrlinge

Schon derzeit ist die Bahn ein wichtiger Faktor für den Irnfritzer Familienbetrieb. Fast ein Drittel der Abfälle, 75.000 Tonnen werden jährlich gesammelt und einer weiteren Verwertung zugeführt, nehmen ihren Weg mit der Bahn. Der Rest wird per Lkw, von denen es 20 firmeneigene gibt, transportiert. „Vor allem auf Kurzstrecken bis etwa 400 km, da kommt man mit dem Lkw günstiger.“ Auf der Schiene wird unter anderem nach Deutschland, Tschechien und Ungarn geliefert, aber auch in die Niederlande und nach Spanien.

Dafür braucht es natürlich auch entsprechendes Personal, das laufend – ebenso wie Lehrlinge als Recyclingfachmann/frau – aufgestockt wird. „Eben haben wir den 85. Mitarbeiter aufgenommen“, sagt Gottfried Stark nicht ohne Stolz, „wir suchen Handwerker, Tischler ebenso wie Elektriker oder Mechaniker.“