Erstellt am 30. September 2015, 05:27

von Martin Kalchhauser

Noch besser in Kontakt. Freunde zum Festtag in den Gebetsraum geladen. Geschenke für Gäste im Haus Helina in Horn. Muslime kochten für gemeinsames Essen mit Flüchtlingen.

Horns Imam Naeem Mohammad im Kreis der Frauen und einiger Kinder im Gebetsraum in Horn: Nach dem Morgengebet mit besonders vielen Mitbrüdern und zahlreichen Gästen gab es am Donnerstag für alle Kleinen Säckchen mit Naschsachen. Fotos: Martin Kalchhauser, Eduard Reininger (2)  |  NOEN, Eduard Reininger

Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Gebetsraum der Horner Muslime beim Morgengebet am ersten Tag des (viertägigen) Opferfestes, dem höchsten islamischen Festtag im Jahreskreis, der heuer auf den 24. September fiel.

Zu Gast bei Imam Naeem Mohammad waren neben vielen Glaubensbrüdern aus der Region Horn und sogar aus Wien auch die katholischen Pfarrer von Eggenburg und Horn, Pater Sepp Schachinger und Pater Albert Groiß, sowie mehrere jener Helfer, die sich in den beiden Städten ehrenamtlich um die Kriegsflüchtlinge kümmern.

„Wir waren selbst vor langer Zeit einmal Flüchtlinge, und wir sind froh, dass wir heute einen kleinen Beitrag zur Hilfe für unsere Brüder leisten können“, betonte Mohammad. Eine spontane Sammlung ergab 600 Euro, die für die Unterstützung der Bewohner des Hauses Helina aufgewendet werden.

Schon einige Tage davor hatten sich rund 20 Aktivisten der Aktion „Willkommen Mensch in Horn“ in der evangelischen Pfarre getroffen, wo man Geschenke (vor allem Lebensmittel) für die 110 am Stephansberg untergebrachten Flüchtlinge in Papiertaschen füllte. Diese wurden am Opferfest-Tag an ihre Empfänger verteilt.

Zum Opferfest werden von den Muslimen traditionell auch Tiere geschlachtet. Doch statt den Menschen in der Horner Flüchtlingsunterkunft Fleisch zu bringen, organisierte Imam Mohammad am Sonntag, 27. 9., ein gemeinsames Essen. Gekocht wurde bei den muslimischen Familien zuhause, das Essen dann geliefert.

Neben den Bewohnern waren auch die bereits in Eggenburg untergebrachten Jugendlichen und ihre Betreuer mit dabei, insgesamt rund 150 Menschen. Gekocht wurde pakistanisch, mazedonisch, irakisch und persisch. Es gab aber auch mediterrane Gerichte.

„Es ist in angenehmer Atmosphäre zu einem interreligiösen Austausch gekommen, es haben sich Gespräche entwickelt und Freundschaften mit den Flüchtlingen vertieft“, konstatierte eine Beobachterin erfreut.