Erstellt am 17. Dezember 2015, 05:23

von Martin Kalchhauser

Öffnung mit Symbolkraft. Für Wallfahrtspfarrer Pater Michael ist die neu geöffnete Pforte ein wichtiges Zeichen. Freude über Auswahl der Basilika durch Diözesanbischof Klaus Küng.

Wallfahrtspfarrer Prior P. Michael Hüttl (Vierter von links) mit den Pfarrgemeinderatsmitgliedern Reinhard Bauer, Martin Freitag, Karin Schreiner, Gertrude Benninger, Ministrant Johannes Hirsch, Christa Gradner und Waltraud Hirsch (von links) vor der am 13. Dezember geöffneten Pforte der Barmherzigkeit.  |  NOEN, Eduard Reininger

Die Wallfahrtsbasilika Maria Dreieichen ist eine von nur vier Kirchen der Diözese St. Pölten, in denen anlässlich des „Jahres der Barmherzigkeit“ eine eigene „Pforte der Barmherzigkeit“ geöffnet wurde. Diese feierliche Zeremonie fand zu Beginn der Sonntagsmesse am dritten Adventsonntag, 13. 12., statt.

Vor 50 Jahren wurde das 2. Vatikanische Konzil feierlich beendet. Aus diesem Anlass hat Papst Franziskus ein außerordentliches Heiliges Jahr mit dem Titel „Jubiläum der Barmherzigkeit“ ausgerufen, das bis zum Christkönigssonntag am 20. November 2016 dauert.

„Die Kirche dient, und sie dient zu etwas!“

Das Anliegen des Papstes, das auch er gerne unterstütze, so Pfarrer P. Michael Hüttl, sei eine Öffnung der Kirche. Glaubende und Fernstehende sollen, wie es seitens des Papstes heißt, „das Salböl der Barmherzigkeit erfahren“. „Das Signal soll sein: Die Kirche dient, und sie dient zu etwas, nämlich Schuld und Lasten abzunehmen.“

Es freue ihn, dass Bischof Klaus Küng bei der ihm freistehenden Auswahl neben dem St. Pöltner Dom auch die Wallfahrtskirchen Sonntagberg, Maria Taferl und eben Maria Dreieichen ausgewählt habe. „Wir haben für die Pforte den Seiteneingang, der seit 30 Jahren verschlossen und verstellt war, geöffnet“, sieht P. Michael auch im Detail ein wichtiges Zeichen. Rechts und links davon stehen Texte aus der einschlägigen Papst-Bulle.

Rückbesinnung der Kirche auf die Vernunft

Wichtig sei für ihn, so Pater Michael, dass die Initiative des Papstes auch eine Abkehr von der zentralistischen Sichtweise ist. Weniger entscheidend sei in diesem Zusammenhang, dass ihm nun als „Missionar der Barmherzigkeit“ gewisse Rechte (etwa die Erlassung von besonderen Sünden, die bisher Rom vorbehalten war) zukommen. „Wichtig ist die Einsicht, dass man nicht alles durch Gesetze regeln kann. Das ist auch eine Rückbesinnung auf die Vernunft!“, so Pater Michael. Die Kirche müsse den Menschen „als Ganzes wahr- und in einen von Gott her liebevollen Blick nehmen und ihm auch wirklich Gutes zutrauen!“

Parallel zur Eröffnung der Pforten gibt es auch weitere Informationen, Impulse und einen Veranstaltungskalender zum Thema im Internet.

jahrderbarmherzigkeit.dsp.at