Erstellt am 28. April 2016, 05:34

von Rupert Kornell

Otello: Geschichte und Geschichten. Intendant Johannes Wildner stimmte gut 50 Interessierte auf die Oper ein.

Intendant Johannes Wildner, flankiert von Produktionsleiterin Andrea Schwarz-Hausmann (rechts) und Pressesprecherin Sonja Soukup, wusste viel über die Hintergründe von „Otello“ zu berichten. Foto: Rupert Kornell  |  NOEN, Rupert Kornell

Eine ebenso interessante wie fundierte, vor allem aber auch humorvolle Einführung in „Otello“ gab Johannes Wildner, Intendant der Oper Burg Gars, vor über 50 Zuhörern im Rittersaal der Burg im Rahmen der Aktionswochen „Ganz Gars“.

Marin als „Cassio“, Reinprecht als „Desdemona“

Ausgehend von Shakespeares Drama „Othello, der Mohr von Venedig“, das 1604 entstanden ist, streifte er kurz Rossinis 1816 entstandene Oper „Otello“ (ein stummes „h“ gibt es im Italienischen nicht), ehe er auf Verdis Werk einging, das am 15. Juli Premiere hat (und danach noch achtmal gespielt wird).

Mit medialer Unterstützung („Es ist meine erste Power-Point-Präsentation!“) zeigte er Bilder der Protagonisten und Szenen aus „Otello“-Aufführungen früherer Zeit, unter anderem mit Placido Domingo, und machte wie gewohnt wortreich Lust auf die Oper.

Natürlich konnte er auch mit einigen Details aufwarten: Oscar Marin, der im Vorjahr als „Don Carlo“ zu hören war, wird den „Cassio“ geben, Alexandra Reinprecht zum ersten Mal die „Desdemona“ singen“, Michael Baba als „Otello“ sein Italienisch-Debüt geben – und ein Kissen, das in der Oper eine besondere Rolle spielt, wird man erwerben können – und zwar ein „Zirben-Kissen“ für die Gesundheit.

Und auch mit einem Ausblick auf die nächsten Jahre wartete Wildner auf: „2017 werden wir die ,Zauberflöte‘ spielen, die nächsten beiden Jahre sind offen und 2020 ,Fidelio‘“.


Zitiert: Alles über „Otello“

„Ich bin wahnsinnig nervös, vor einer so großen Menschenmenge zu sprechen.“
Intendant Johannes Wildner fand aber bald wieder zu seiner bekannten Redekunst zurück.

„Es gibt ein Wiedersehen mit Alexandra Reinprecht. Im Vorjahr ist sie in ,Don Carlo‘ ohne Mann geblieben, heuer kommt sie besser davon – sie wird ermordet.“
Wildner über die Sängerin.

„Ich habe diesen Abend ,Eine Rundreise durch die Gehirnwindungen eines Intendanten‘ genannt.“
Der Intendant der Oper erklärt in nicht einmal eineinhalb Stunden, warum heuer „Otello“ gespielt wird.

„Sie macht all das, was die anderen nicht tun wollen, koordiniert alles – und ist an allem schuld.“
Wildner stellt seine „rechte Hand“ Andrea Schwarz-Hausmann vor.

„Wir haben ein Problem: ,Otello‘ beginnt mit Sturm und Regen in einem Hafen in Zypern. Ich hoffe natürlich, dass das in Gars nicht der Fall ist.“
Wildner hofft auf Schönwetter.

„Im Lauf der Zeit ist aus dem ursprünglichen Mauren Otello ein Mohr geworden – und der wird auch immer schwärzer. Wir schwärzen einen Berliner ein.“
Wildner über „Otello“ Michael Baba.