Erstellt am 02. März 2016, 06:19

von Martin Kalchhauser

Persönliche Motive für Marterl-Attacken?. Statue zerstört, Eier geworfen, Hakenkreuz aufgemalt: Bildstock in Unterthumeritz schon zum vierten Mal beschädigt!

Erika Grell - im Bild mit dem »Rest« der fast völlig zerstörten Marienstatue - ist von den Aktionen gegen das Marterl in Unterthumeritz tief betroffen. Stehen persönliche Motive dahinter? Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser

Zum vierten Mal innerhalb von nur drei Monaten war am 25. Februar ein Bildstock zwischen Unterthumeritz und Zissersdorf Ziel eines Vandalenaktes. Hinter den Aktionen könnten persönliche Motive stehen.

Hakenkreuz draufgeschmiert, mit 15 Eiern beworfen

Von einem Bewohner wurde der jüngste Akt entdeckt. Ein unbekannter Täter hatte den Bildstock mit 15 Eiern beworfen. Der bereits vierte Anschlag seit dem 6. Dezember 2015 hinterließ am „Marterl auf der Kreuzstraße“ sichtbare Spuren (Bild links).

Ebenso wie ein Hakenkreuz, das auf einer Seite aufgemalt wurde. Schon zuvor war die Marienstatue aus dem Schrein herausgenommen und bis auf den Kopf total zerstört worden. Auch aus einer Nische knapp unter dem Dachsims wurde eine Statue herausgerissen.

„Das ist mir absolut unerklärlich“, meint Ortsvorsteher und Vizebürgermeister Eduard Kranzl zu den Vorfällen. „Zuvor ist bei uns im Ort so etwas noch nie vorgefallen.“

„Vermute, dass das gegen mich persönlich geht“

Seit rund hundert Jahren kümmert sich die Familie Grell aus Unterthumeritz um den etwas außerhalb stehenden Bildstock und sorgt für den Blumenschmuck. Erika Grell, vielen als aktive Seniorenbund-Obfrau bekannt, hat diese Aufgabe vor rund 33 Jahren von ihrer Schwiegermutter übernommen.

Sie ist über die Taten erschüttert. Den Tränen nahe, äußert sie beim Lokalaugenschein mit der NÖN einen Verdacht: „Ich vermute, dass das gegen mich persönlich geht.“ Möglich wäre für die Frau, dass eine Aussage im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen in Japons jemanden verärgert habe und dies nun die „Rache“ sei.

Sie hat einen konkreten Verdacht gegenüber den ermittelnden Polizisten geäußert, die die Möglichkeit in Betracht ziehen. Grell verspürt Unbehagen und Angst: „Was passiert als nächstes?“

Die Polizei hofft, dass die Unterthumeritzer wachsam sind und im Falle einer Wiederholung der Attacken gegen das Marterl einen zielführenden Hinweis geben können.