Erstellt am 02. Juni 2016, 06:05

von Martin Kalchhauser

Polit-Zwist in Horn: „Kleine sind nicht faul!“. Grüne und FPÖ treten gegen die ÖVP-Kritik an mangelnder Mitarbeit bei Wahl auf. SPÖ war laut Plan im Einsatz.

FPÖ-Chef Klemens Kofler sieht keine Probleme: »Wir werden ohnehin immer mehr!«  |  NOEN, Martin Kalchhauser

Heftig reagiert Horns Grün-Gemeinderat Walter Kogler auf die Kritik des ÖVP-Landtagsabgeordneten Jürgen Maier in der NÖN, die kleinen Fraktionen hätten an der Abwicklung der Bundespräsidentenwahl nicht ausreichend mitgearbeitet. „Alle Sitze, die uns zustehen, etwa in der Stadt Horn, haben wir besetzt.“ Nachsatz: „Was soll diese Lügerei nach der Wahl?“

Insgesamt funktioniert Oppositions-Mitarbeit

Eine „insgesamt funktionierende, gewissenhafte Arbeit“ sieht ÖVP-Bezirksgeschäftsführer Herbert Gschweidl. „Negative ,Ausreißer‘ auf kommunaler Ebene sind meist im Bereich von persönlichen und emotionalen Problemen zu finden.“

So möglicherweise in St. Bernhard-Frauenhofen, wo Bürgermeister Karl Gabler sich über die Abwesenheit seines sonst sehr kritikfreudigen SPÖ-Gemeinderats wunderte. „Es sitzen nur immer dieselben Leute in den Wahllokalen – wir wollen den Beigeschmack, dass nur ,Schwarze‘ auszählen, nicht.“ Und er weist auf noch ein Problem hin: „Es wird eine Zeit kommen, da wird sich für diese Arbeit gar niemand mehr finden.“

Wiesinger nimmt Genossen in Schutz

SPÖ-Bezirkschef Josef Wiesinger – seine Fraktion war von Maiers Kritik nicht betroffen – nimmt seinen St. Bernharder Genossen in Schutz: „Er hätte nur als Wahlzeuge vorbeischauen können. In den Kommissionen, die sich nach dem Wahlergebnis der vergangenen Nationalratswahl zusammensetzen, steht ihm kein Sitz zu.“ Es gebe im Bezirk fast nur ÖVP-Wahlbeisitzer. Leicht zu finden seien diese nicht mehr. Die SPÖ dürfe etwa in der Gemeinde Gars 40 Vertreter in den vielen Sprengeln platzieren. „Es ist nicht leicht, so viele Ehrenamtliche zu finden!“

Dies kann ÖVP-Bürgermeister-Vertreter Franz Huber für Pernegg nicht bestätigen. „Das stundenlange Sitzen ist nicht begehrt, aber auch wenn kein ,G‘riss‘ drum besteht, so finden wir immer genug Leute.“ Auch in Pernegg hat die Opposition nur zwei Sitze (beide SPÖ) in den Kommissionen. Diese würden verlässlich besetzt. „Die FPÖ-Vertreterin war als Wahlzeugin aktiv mit dabei.“

FPÖ-Bezirkschef Klemens Kofler versteht die Kritik nicht: „Wir hatten überall, wo wir durften, wen dabei.“ Die FPÖ wolle ihre Verantwortung wahrnehmen. Koflers Ausblick: „Wir werden immer mehr, daher wird es auch in Zukunft kein Problem sein, die uns übertragenen Aufgaben zu erfüllen.“