Erstellt am 01. Mai 2016, 05:34

von Martin Kalchhauser

Prachtband als Buch über 863 Jahre. Fast vier Jahre Arbeit in gelungenes Projekt gesteckt. Umfangreiche Chronik des Ortes Harth wird am Feiertag präsentiert.

Gemeinsam mit Pfarrer Benedikt Felsinger werden Johann Magerl, Gerhard Gangl und Erich Sperber (von links) am Donnerstag, 5. Juni, die Chronik des Ortes Harth präsentieren. Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser

Unzählige Stunden dreier in der ARGE Chronik Harth vereinter Männer – Autor Gerhard Gangl, Erich Sperber und Johann Magerl – flossen seit 2013 in die Chronik des Ortes Harth. Was herausgekommen ist, kann sich aber sehen lassen!

Das 570 Seiten starke, reich bebilderte Werk unter dem Titel „Harth – Ein Dorf erzählt“ ist eine umfassende Aufarbeitung der Geschichte der 1153 erstmals erwähnten Ansiedlung, die seit 1783 auch eine eigenständige Pfarre ist.

„Mit jedem Bewohner geht Wissen verloren“

Vorbild des Trios, dessen Kopf der ehemalige Harther Gerhard Gangl ist, der im Bezirk Waidhofen lebt, war ein Buch Walter Hofmanns über Hötzelsdorf. Das Interesse war geweckt, die Forschungsarbeit begann. Neben der Durchforstung verschiedener Archive (Pfarren) in der Region und sogar in Südmähren sowie Magerls umfangreicher Sammlung alter Dokumente galt es, zahlreiche Gespräche zu führen.

„Wir sind praktisch von Haus zu Haus gegangen, um Beiträge zu bekommen – in Bildern, aber auch in Erzählungen“, berichten Gangl und Sperber, die dabei auch ein Wettrennen mit der Zeit bestritten. „Immer wieder sterben alte Leute, und es geht mit jedem Bewohner Wissen verloren.“

Anfang April war das 1,7 kg schwere Werk fertig, nun wird es feierlich präsentiert. Harths wohl bekanntester Bürger, der bekannte Kräuterpfarrer Hermann Josef Weidinger, kommt ebenso zu Ehren wie die Erinnerung an die von ihm initiierten Festwochen mit prominenten Gästen. Zahlreiche Hauschroniken ergänzen den Band.

Überraschungen blieben aus – bis auf Kleinigkeiten wie dass es von September 1897 an neun Monate eine Greißlerei im Dorf gab. Und von der Kirche Fluchtgräben (Tunnels) wegführen. Da könnte man forschen …

Die Arbeit hat das Trio, das auf sein Werk stolz sein kann, nicht bereut. Sperber: „Ich möchte die Zeit nicht missen, leid darum ist mir nicht!“


Harther Chronik

„Harth – Ein Dorf erzählt“ (Gerhard Gangl, Johann Magerl, Erich Sperber, gemeinsam die ARGE Chronik Harth); Eigenverlag; 570 Seiten; 30 Euro; erhältlich in der Pfarre Harth und bei den Autoren (Erich Sperber: 0664/73554188)

Präsentation: Donnerstag, 5. Mai (Christi Himmelfahrt), 10 Uhr, Pfarrheim Harth – zugleich wird „50 Jahre Pfarrheim“ gefeiert, es gibt auch eine Ausstellung von Bildern Adolf Blaims