Erstellt am 15. September 2015, 10:29

von Thomas Weikertschläger

Borkenkäfer: Nach Hitze droht Plage. Heißer Sommer schwächte Bäume – und bot so Schädlingen ideale Bedingungen zu rascher Vermehrung.

Arnold Triebelnig (Bezirksforstinspektion), BBK-Obmann Herbert Hofer und Reinhard Nendwich (BBK-Forstausschuss-Vorsitzender) begutachteten in der Nähe von Röhrawiesen bereits aufgetretene Schäden.  |  NOEN, Weikertschläger
Nach der Hitze- und Trockenperiode im Sommer droht nun der Forstwirtschaft im Bezirk Horn Gefahr. „Die Population der Borkenkäfer Buchdrucker und Kupferstecher ist spürbar angewachsen. Es besteht dringender Handlungsbedarf“, erklärt Herbert Hofer, Obmann der Bezirksbauernkammer (BBK) Horn.

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Diese Insekten bohren sich durch die Rinde der durch die Hitze und Trockenheit geschwächten Bäume und zerstören durch ihren Fraß das Bastgewebe – befallene Bäume sterben rasch ab. Werden diese Bäume nicht rechtzeitig aus dem Wald entfernt, greifen die Käfer auf benachbarte Bäume über. Hofer: „Die Käfer vermehren sich rasch. Sie entwickeln bei den heurigen klimatischen Bedingungen mindestens drei Generationen pro Jahr.“

Arnold Triebelnig von der Bezirksforstinspektion ergänzt: „200 Muttertiere in einem Baum vermehren sich im nächsten Jahr auf bis zu drei Millionen. Genug, um tausende Bäume zu befallen!“ Daher schlagen die Experten Alarm. Triebelnig: „Es ist zu befürchten, dass heuer sogar eine vierte Generation heranwächst – dann haben wir ein massives Problem.“

Seine Behörde habe daher 200 Bescheide an Waldbesitzer ausgeschickt.

Diese wurden aufgefordert, befallene Bäume zu entfernen. Reinhard Nendwich, Vorsitzender im Forstausschuss der BBK Horn, streicht dabei die Bedeutung der „sauberen Waldwirtschaft“ hervor: „Sobald man einen befallenen Baum erkennt, muss man ihn weit aus dem Wald entfernen, um benachbarte Waldstücke zu schützen.“

Verbrennen im Wald ist keine Option

Hofer ergänzt: „Es reicht nicht, jene Bäume, die augenscheinlich kaputt sind, zu entfernen, denn auch die Nachbarbäume können schon befallen sein. Man muss großzügig aufarbeiten, sonst hat man in wenigen Wochen die nächsten kaputten Bäume.“ Zu erkennen seien befallene Bäume etwa am „Bohrmehl“ am Wurzelauslauf.



Für Waldbesitzer, die sich aus Zeitgründen ihrem Waldbesitz nicht intensiv widmen können, bietet die BBK Hilfestellung an. Hofer: „Man kann Beratungstermine vereinbaren. Mit unserem Forstberater kann vor Ort die Situation geklärt werden.“ Außerdem gebe es viele gut ausgebildete Forstfacharbeiter im Bezirk, die etwa über den Maschinenring die Aufarbeitung der Käferbäume übernehmen können.

Vor einem warnen die Experten ausdrücklich: „Falls jemand die Überlegung hegt, betroffenes Material im Wald zu verbrennen, dann gilt: Hände weg!“ Solange die Waldbrandverordnung in Kraft sei, mache man sich damit strafbar, betont Triebelnig. Hofer: „Man muss sich bewusst sein, dass man als Grundbesitzer nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten hat. Dazu gehört die Pflicht zur Schädlingsbekämpfung. Man hat nicht nur die Verpflichtung dem eigenen Grund gegenüber, sondern auch dem Grund anderer Waldbesitzer.“