Erstellt am 09. März 2016, 04:39

von Martin Kalchhauser

Rehbock Bambi bekam bei „Tiermama“ Asyl. Anna Kienböck zog bereits fünf Rehe mit Erfolg groß. Zutrauliches Wildtier hat Bleibe, so lange es will.

Golden Retriever-Hündin Gina spielte für den neuen Mitbewohner bereitwillig die Ersatzmama. Das Bild stammt aus dem August des Vorjahres.  |  NOEN, Kalchhauser, privat

Bereits fünf Rehe hat Anna Kienböck, Gattin des Engelsdorfer Ortsvorstehers Erich Kienböck, bereits erfolgreich „aufgezogen“. Derzeit ist Rehbock Bambi Gast in der Landwirtschaft der Familie.

„Alleine hätte das Tier keine Chance gehabt“

„Die Mutter ist von einem Auto zusammengeführt worden“, berichtet „Ersatz-Mama“ Anna. Von einem örtlichen Jäger wurde das Kitz im Alter von nicht einmal einer Woche gefunden. Und wie schon viele Tiere zuvor landete es im Kienböck‘schen Tierasyl.

„Alleine hätte das Tier keine Chance gehabt“, zeigte die Engelsdorferin einmal mehr ihr großes Herz für Tiere – und Bambi kam ins Haus, wo auch Hündin Gina, drei Katzen, vier Pferde, Meerschweinchen und Hasen wohnen.

Längst ein anerkanntes Familienmitglied

Mit Rehen hat man hier schon viel Erfahrung. „Wir haben schon fünf erfolgreich durchgebracht – eines war sogar acht Jahre lang bei uns.“

Auch Bambi habe Asyl, „so lange er will“. Der zwischenzeitlich kastrierte Bock (andernfalls würde Verletzungsgefahr drohen) ist längst anerkanntes Familienmitglied. Er wohnt im Stadel und nützt den großen Hof, schaut aber immer wieder auch in den Wohnräumen vorbei.

„Er ist ein Haustier wie unser Hund“, freut sich Erich Kienböck, der auch begeisterter Jäger ist. An ein späteres Auswildern des Rehbocks ist nicht gedacht. „Das wäre sowieso unmöglich. Es kennt ja keine natürliche Scheu.“