Erstellt am 08. April 2016, 04:44

von Eduard Reininger

Schütz: Ein Herz für das Heer. Nach über 35 Jahren in der Radetzkykaserne Horn, deren Schließung er (mit)verhinderte, ging Josef Schütz in Pension.

Josef Schütz (2.v.r), ein Netzwerker und Kämpfer für das Heer und die Kaserne, wurde von seinen Kollegen Alexander Schneck, Michael Helwig, Siegfried Maier, Markus Auinger, Präsident der NÖ Unteroffiziersgesellschaft, und Johann Hirsch (v.l.) mit Urkunden und Ehrenzeichen in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Foto: Edi Reininger  |  NOEN, Edi Reininger

Nach über 35 Jahren als Berufssoldat, Personalvertreter und mit hohen Funktionen in Land und Bund in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst ging Josef Schütz mit Monatsbeginn in den verdienten Ruhestand.

„Es ist keine Verabschiedung, sondern ein Staatsakt in der Region“, stellte Moderator Michael Rauscher in der überfüllten Unteroffiziersmesse der Radetzkykaserne fest.

Hohes Lob auch von Striedinger

Der Ort war passend gewählt, denn in Horn begannen am 3. 10. 1977 mit dem Grundwehrdienst Schütz’ erste militärische Gehversuche. Im Anschluss war er zwei Jahre geprüfter Silomeister im Lagerhaus Horn. Mit 1. 1. 1979 wechselte er in den Heeresdienst. Seine Laufbahn führte ihn durch viele Stationen im Bundesheer.

„Zehn Jahre und einen Tag war ich Gruppenkommandant, fünf Jahre im Regimentskommando in Korneuburg und anschließenden Feldzeug-Unteroffizier in Horn und in der Liechtensteinkaserne“, informierte der heute 62-jährige Berufssoldat, der mit Herz und Seele für das Heer arbeitete. „Sechsmal haben wir erfolgreich die Schließung der Radetzkykaserne verhindern können. Dafür bedanke ich mich bei allen Mitkämpfern und vor allem bei Landeshauptmann Erwin Pröll.“

„Dass er nach so vielen Berufsjahren noch immer gerne zur Arbeit ging, hat nicht zuletzt mit der großen Offenheit, Ehrlichkeit und Kollegialität zu tun“, fand Kasernenkommandant Walter Schuster lobende Worte. „Es ist ihm stets am Herzen gelegen, das Bundesheer zu einem attraktiven Arbeitgeber zu machen und die Schließung der Kaserne zu stoppen.“

Hohes Lob kam auch aus dem Mund des Nö. Militärkommandanten Brigadier Rudolf Striedinger, der „die Erfahrung, die hohe Kompetenz und das soziale Engagement“ von Schütz würdigte.

Seine Nachfolge legte er in die Hände von Alexander Schneck, der die Funktion als stellvertretender Landesvorsitzender übernommen hat, der Vorsitz im Dienststellenausschuss der Kaserne ging an Siegfried Maier.


Zitiert: „Laut und fordernd …“

„Der Staatsbesuch des Iranischen Präsidenten musste abgesagt werden, da das Bläserensemble der Militärmusik die Verabschiedung von Vizeleutnant Josef Schütz musikalisch umrahmt.“
Moderator Michael Rauscher

„Nicht alle aus Wien Angereisten sind Weaner, was die Verständigung hier leichter macht.“
Derselbe

„Wir übergeben hiermit Josef Schütz seiner Gattin Leopoldine zur alleinigen Nutzung.“
Walter Schuster, Kommandant der Radetzkykaserne Horn

„Sagt es nicht dem Schütz, dass ich in der Kaserne bin, denn der braucht immer etwas. Du glaubst, du bist ihn los, aber er kommt bei der Hintertür wieder herein.“
Nö. Militärkommandant Brigadier Rudolf Striedinger

„Schütz beweist Mut, mich als Bundespolitiker, Wirtschaftler und Zivildiener in die Kaserne einzuladen.“ Nationalrat Werner Groiß

„Es gibt nicht viele, die keine Schwierigkeiten mit ihm hatten. Er ist laut, fordernd und, wenn er etwas möchte, aufdringlich. Ich glaube aber, dass ich der Einzige bin, der mit ihm keine Probleme hatte.“
Alfred Schöls, Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst

„Wir werden ihn zum Konsulenten zur Erhaltung der Kaserne Horn ernennen, sein ehemaliger Kollege Jonny Riegler wird da sicher auch zustimmen.“
Bürgermeister Jürgen Maier