Erstellt am 10. Dezember 2014, 10:36

von Martin Kalchhauser

Windparkgegner treten bei Wahl an. Bürgerliste kritisiert „Ausverkauf der Region“ und hofft auf drei Mandate. Sigmundsherberger Politik wird 2015 „bunt“.

Kandidatur für die Gemeinderatswahl im Jänner 2015 angemeldet: Peter Hasenberger und Franz Radaschütz führen die Bürgerliste Lebenswertes Sigmundsherberg (BLS) an, Helmut Maierhofer (von links) ist einer der wichtigsten Unterstützer und auf Platz 11 gereiht. Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser
„Bisher waren wir zufrieden mit der Gemeindepolitik, aber jetzt wurde dem Ausverkauf unserer Region zugestimmt“, begründet Peter Hasenberger, 51, aus Sigmundsherberg, warum er und seine Bürgerliste Lebenswertes Sigmundsherberg bei der Gemeinderatswahl 2015 antreten werden. Die Windpark-Gegner werden damit zu einer kommunalpolitischen Kraft.

Kritik: „Erst keine Info, dann Gehirnwäsche“

Hinter dem Diplom-Psychiatrie-Pfleger Hasenberger kandidiert der Pensionist Franz Radaschütz, 64, aus Walkenstein, gefolgt von Gerhard Engel, Missingdorf, und Martina Salzer aus Sigmundsherberg.

Als Ziele formulierten Hasenberger und Radaschütz, unterstützt von einem der engagiertesten Windparkgegner, Helmut Maierhofer aus Sigmundsherberg (Platz 11 auf der Liste), die Verhinderung des Windparks, die „Erhaltung unseres Waldes und Lebensraumes“, eine bessere Informationspolitik der Gemeinde (Radaschütz: „Zuerst gab es keine Informationen, dann eine Gehirnwäsche.“) sowie Maßnahmen gegen den Durchzugsverkehr in Rodingersdorf und Sigmundsherberg. Maierhofer: „Das Waldviertel soll das Wohlviertel bleiben!“

Liste glaubt an Chance auf drei Mandate

Bei den Hausbesuchen beim Sammeln der Unterschriften für die Volksbefragung habe man immer wieder gehört, dass es zu ÖVP und SPÖ leider keine Alternative gebe.

Prognosen will man keine wagen, Radaschütz meint lediglich: „Wenn wir nur halb so viele Stimmen wie Unterschriften für die Volksbefragung bekommen, dann gehen sich drei Mandate aus.“


Gemeinderat: 12 VP, 7 SP


Bürgermeister Franz Göd im Gespräch: „Kuchen wird anders verteilt“

NÖN: Es wird in Sigmundsherberg diesmal vier Listen geben …
Bürgermeister Franz Göd (ÖVP): Es gibt eine dritte Liste. Die FPÖ hat ihre Kandidatur noch nicht eingereicht.

„Gemeindearbeit besteht nicht nur aus Windkraft“

Wird es komplizierter? Ändert das etwas an der ÖVP-Strategie?
Nein. Wir präsentieren, was wir die letzten zehn Jahre gearbeitet haben. Die Bürgerliste gründet sich auf einem Thema. Die Gemeindearbeit besteht aber nicht nur aus Windkraft.

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Wem werden die Neuen mehr schaden, ÖVP oder SPÖ?
Natürlich wird der Kuchen unter mehreren verteilt. Es ist schwer einzuschätzen, wem das Antreten mehr Stimmen kostet.

Haben Sie Ihre Liste fertig?
Ja. Ich möchte aber dem Parteivorstand nicht vorgreifen. Wir werden uns wieder verjüngen, haben zehn neue Kandidatinnen und Kandidaten – und wir sind in allen acht Katastralgemeinden vertreten.  MK