Erstellt am 01. Juni 2016, 05:05

von Robert Schmutz

Solisten als tolles Trio. Harfenistin, Bratschist und Flötist überzeugten bei „Geras klingt“ mit selten gehörten Klängen.

Gerhard Marschner, Charlotte Balzereit und Karl-Heinz Schütz (v.l.) setzten mit ihren Kombinationen der Instrumente Viola, Harfe und Querflöte einen tollen Klangpunkt im Marmorsaal des Stiftes Geras.  |  NOEN, Robert Schmutz

Eine Kombination besonderer Instrumente erlebten die Besucher des Konzertes von „Geras klingt“ im Marmorsaal des Stiftes.  Charlotte Balzereit, Solo-Harfenistin der Wiener Philharmoniker, die schon mit vielen renommierten Orchestern in Deutschland auftrat, ließ im Trio oder Duett jeweils mit Viola oder Querflöte selten gehörte Kompositionen erklingen.

Gerhard Marschner ist Gewinner etlicher Wettbewerbe, seit 2007 Mitglied der Wiener Philharmoniker und Stimmführer der Violagruppe. Der Dritte im Bunde, Karl-Heinz Schütz, weist in seiner bisherigen Karriereleiter die Zusammenarbeit mit einer Reihe internationaler Dirigenten auf, die seinen musikalischen Stil mitprägten. Seit 2011 ist er Solo-Flötist bei den Wiener Philharmonikern.

Virtuosen überzeugten im Zusammenspiel

Das Eingangsstück, die Triosonate in vier Sätzen von Jean-Marie Leclair (1697-1764), zeigte bereits viele Facetten des klangvollen Zusammenspiels dieser drei Instrumente. Das Duo Querflöte und Harfe mit „Casilda Fantaisie“ des Ungarn Franz Doppler (1821-1883) begann mit martialischen Eingangstönen, wechselte zu romantischer Zweisamkeit zu einem zärtlichen Zwiegespräch bis hin zu einem intensiven Finale.

In „Scenes de la foret“ von Mel Bonis (1858-1937) forderte die Harfe in den ersten beiden Sätzen verführerisch Querflöte und Viola zum musikalischen Tanz, der dritte Satz ist voller Viola-Romantik. Im vierten Satz gibt es wiederum ein aufforderndes Harfensolo und ein zärtlich verspieltes Ausklingen des Stückes. Arnold Bax (1883-1953) lässt in „Elegiac Trio“ die Musiker brillieren. Und das „Adagio“ für Violine und Harfe von Ludwig van Beethoven (1770-1827) wäre nicht Beethoven, würde es nicht den Gesamteindruck von einschmeichelnd melancholisch bis wehmütig erwecken.

Insgesamt war es ein Abend, der wieder einen Höhepunkt in den Konzerten von „Geras klingt“ mit Obfrau Gerlinde Hofbauer und ihrem Team setzte und der es lohnte, nach Geras zu kommen.