Erstellt am 10. Dezember 2015, 04:48

von Martin Kalchhauser

Platzer zurückgetreten. SPÖ-Vorsitz nun vakant: Krise in Röschitzer Gemeindepartei prolongiert. Parteichef gab seine Spitzenfunktion nach fast 15 Jahren ab.

Rücktritt mit Ende November: Georg Platzer ist als Vorsitzender der SPÖ Röschitz jetzt Geschichte.  |  NOEN, Martin Kalchhauser
Wenn der Schritt auch ein erwarteter war: Die Krise der SPÖ Röschitz wurde mit der Zurücklegung des Gemeindeparteivorsitzes durch Georg Platzer prolongiert.

Mit Ende des Monats November legte Platzer – dem ÖBB-Bediensteten hatte wie berichtet die eigene Fraktion im Gemeinderat die Gefolgschaft verweigert – die Führungsfunktion zurück. Seit dem 26. Februar 2000 hatte Platzer die SPÖ geführt.

Schreiben an Bezirksorganisation gerichtet

„Ich habe die Funktion zurückgelegt und darum ersucht, die notwendigen Schritte einzuleiten, um einen neuen Vorsitzenden zu wählen oder eine neue Ortsorganisation aufzustellen“, bestätigt Platzer im NÖN-Gespräch. Er habe sein Schreiben an die Bezirksorganisation („an den Bezirksgeschäftsführer und an den Bezirksvorsitzenden“) gerichtet.

Seit dem 1. Dezember sei er nicht mehr Vorsitzender. Wer führt jetzt die SPÖ Röschitz? „Keine Ahnung, wie die Partei das geregelt hat. Josef Authried hat seine Funktion als Stellvertreter nicht zurückgelegt, also ist es jetzt vermutlich er.“

x  |  NOEN, Martin Kalchhauser


Platzer war 1991 in den Gemeinderat eingezogen und hatte sein Mandat, zuletzt als Fraktionsführer der (seit der Wahl 2015 sechs Mandate starken) SPÖ-Riege bis zum heurigen Sommer ausgeübt. Anfang des Jahres 2000 hatte er dann den früheren Bundesratsabgeordneten Ernst Winter als Röschitzer SPÖ-Chef beerbt.

„Mir tut es leid, dass es so gekommen ist“

Schmerzt der Abschied? „Mir tut es leid, dass es so gekommen ist. Aus meiner Sicht wäre alles geregelt gewesen, aber man hat das nicht so wahrgenommen“, spielt er auf das Projekt Veranstaltungszentrum an.

Nachdem 2014 eine von der SPÖ initiierte Volksbefragung das von der ÖVP-Mehrheit favorisierte Projekt zu Fall gebracht hatte, war die rote Fraktion in der folgenden Debatte über Alternativen zerbrochen.

Auf den Rücktritt von vier der sechs Mandatare folgte eine Verweigerung der Ersatzkandidaten auf der Liste, sodass der Gemeinderat derzeit nur von den 13 ÖVP-Mandataren gebildet wird. Platzer: „Ich schaue mit einem wehen Blick zurück, aber es ist halt so.“

NÖN.at hatte berichtet: