Erstellt am 22. April 2016, 05:34

von Thomas Weikertschläger

Staudinger: „Bin Brecher des Rechts“. Bei Vorführung des Filmes über Heini Staudinger wurde in Horn gesungen und diskutiert.

Silvia (links) und Winfried Meingast (rechts) freuten sich über den Besuch von Heini Staudinger am 14. April im Stadtkino Horn. Foto: Weikertschläger  |  NOEN, Weikertschläger
Großes Interesse weckte die Vorführung der Dokumentation „Das Leben ist keine Generalprobe“ über das Wirken von Heini Staudinger als Chef der Waldviertler Schuhwerkstatt und der GEA-Läden im Stadtkino Horn.

Staudinger, der sich selbst als „einer der populärsten Rechtsbrecher“ Österreichs bezeichnet, ist zugleich Sinn und Inhalt des Filmes.

Regisseurin Nicole Scherg gab Staudinger, der für viele als „Schuh-Rebell“ als Held im Kampf gegen Bevormundung und Zwänge gilt (Staudinger: „Wir müssen uns von Sehnsüchten, nicht von Zwängen leiten lassen“), in ihrem Film die Möglichkeit, den von ihm eingeschlagenen Weg und seine Vorstellungen von Gerechtigkeit ausführlich zum Ausdruck zu bringen – kritisches Hinterfragen blieb dann allerdings aus.

Staudinger fordert „globale Gerechtigkeit“

Schon die erste Szene (Heini radelt freihändig und ohne Helm auf einer Waldviertler Landstraße zu seinem „Swimming-Pool“, um den ihn auch Bill Gates beneidet) zeigt, dass Staudinger nichts von Konventionen und Regeln hält, sondern auf Eigenverantwortung und Selbstbestimmtheit plädiert.

Im anschließenden Filmgespräch bewies Staudinger dann, warum er auf eine immer größere Zahl an „Fans“ verweisen kann. Fesselnd und den Eindruck vermittelnd, dass er seine Sichtweise der Dinge hinsichtlich Steuerpolitik, globaler Gerechtigkeit und Abhängigkeiten von Geld und Macht zu 100 Prozent für richtig hält, bringt er seine Ansicht zum Ausdruck.

Und wem sonst wäre es möglich, dass er es auch in Horn – wie bei vielen seiner Auftritte – schafft, das gesamte Publikum zum gemeinsamen Singen zu animieren? Mit „Nicola und Bartholomä, einmal schmilzt das Eis und der Schnee, dann werden‘s endlich alle kapieren und sie werden die Angst verlier’n“ entließ er die applaudierenden Gäste.