Erstellt am 15. März 2016, 08:31

von Rupert Kornell

Stürmischer Beifall für Altenburger Sängerknaben. Die ganze Bandbreite zwischen der etwas gedrückten Stimmung der Fastenzeit und des Leidens Christi einerseits, und der Freude auf die österliche Auferstehung andererseits vermittelte das Passionskonzert in der Altenburger Stiftskirche.

 |  NOEN, Rupert Kornell
Mit „Der Frage in dieser Zeit ,Wo finden wir dich, Herr?‘ folgt die Antwort ,Am Kreuz, durch das uns Heil zukommt!‘“, fand Abt Thomas Renner die einstimmenden Worte und wünschte damit den Besuchern in der nahezu voll besetzten Kirche „eine tiefe Erfahrung“.

Mit dem Choral „Du Sonne der Gerechtigkeit“ und einem Werk seines Vorgängers Markus Pfandler-Pöcksteiner („Und dein Vater, der das Verborgene sieht“) eröffnete der neue Stiftskapellmeister Martin Wadsack mit den Sängerknaben das Konzert. Er wirkte anfangs doch einigermaßen nervös, war aber in Folge ein sehr umsichtiger, eher zurückhaltender, aber doch die jungen Sänger fordernder Chorleiter, der aber auch auf der großen Stiftsorgel mit Johann Sebastian Bachs „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ zeigte, dass hier ein ausgesprochener Könner am Werk ist.

Tolle Einzelstimmen, harmonischer Chor

Die Altenburger Sängerknaben erwiesen sich als wie immer sehr homogener Klangkörper mit beachtlichen Einzelstimmen, die aber nie das Gefüge des Ensembles störten, sondern sich als unterstützend für die jüngsten Mitglieder bewiesen.



Hervorzuheben ist Mathias Jarmer, der als Solist mit „Gast“ Oliver Ringelhahn äußerst positiv in Erscheinung trat. Ringelhahn, am Klavier bzw. auf der kleinen Orgel begleitet von Bernadette Eliskases-Tuzar, war durchaus eine Bereicherung des Nachmittags, glänzte mit seiner Tenorstimme bei Bach („Geduld! Wenn mich falsche Zungen stechen“) ebenso wie bei Felix Mendelssohn Bartholdy („Entsagung“) oder bei „The old rugged cross“ des 1958 verstorbenen Amerikaners George Bernhard. Eine Bereicherung sind auch immer wieder die Gedanken und kleinen Geschichten passend zum Festkreis, ausgewählt und mit sonorer Stimme vorgetragen von Ernst Kugler.

Leise Kritik an dem mit stürmischem Beifall bedachten Konzert äußerten etliche Besucher (zu Recht): „Aber beim nächsten Konzert sollten die Sängerknaben dann wieder mehr im Mittelpunkt stehen.“