Erstellt am 12. Februar 2016, 04:08

von Martin Kalchhauser

„szene bunte wähne“ vor Weichenstellung. Erfolgsbilanz – aber Erfinder Stephan Rabl macht seine weitere Arbeit von bevorstehenden Entscheidungen abhängig.

Immer für einen Spaß zu haben: sbw-Chef Stephan Rabl, Schauspielerin Viviane Podlich – sie tourte 2015 mit ihrer Handpuppe in Horn von Tür zu Tür – und der künstlerische Leiter des Festivals, Stephan Werner (von links), mit den Nachwuchsschauspielerinnen Emma und Karoline (vorne). Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser

Mit dem Festival 2015 legte sich der Gründer und langjährige Leiter des Festivals „szene bunte wähne“ (sbw) wieder verstärkt ins Zeug.

Noch mehr „dorthin gehen, wo die Leute sind“

Der Erfolg gab dem vom Trägerverein auf Drängen Rabls eingesetzten Team um Festivalleiter Stephan Werner und Projektleiter Fidelis Hochstetter Recht: Die Zuschauerzahlen „explodierten“ geradezu: von 3.400 auf 10.700. Natürlich auch dank eines im Vergleich zum Jahr davor massiv ausgeweiteten Angebots.

Als Vorbereitung einer Rückkehr als Festivalleiter will Stephan Rabl sein starkes Engagement in Horn nicht sehen, wie er im NÖN-Gespräch betont. „Das Festival muss die Grundkonzeption, dorthin zu gehen, wo die Leute sind, verstärken“, betont er.

Auch wenn sein Vertrag als Chef des „Dschungel Wien“ (Theaterhaus für junges Publikum) heuer ausläuft und auch sein Engagement beim oö. Theaterprojekt „schäxpir“ Vergangenheit ist, steht eine Rückkehr zum lokalen Festival nicht zur Debatte. Heuer müsse aber eine „Entscheidung für die Zukunft“ fallen, so Rabl.

Festival erstmals im Sommer statt im Herbst

Zuerst wird es die 26. Auflage der „szene“ geben, heuer statt im Herbst bereits von Pfingsten an (18. bis 25. Mai). Und sie werde bis 30. Juni dauern. Neben dem Umstand, dass die Veranstaltungen im Herbst mitunter witterungstechnisch problematisch waren und die zeitliche Nähe zu Sommertheatern und Allegro Vivo nicht vorteilhaft sei, komme man mit dem neuen Termin vor allem den Schulen entgegen.

„Es ist sehr schwierig, vor den Ferien alles unter Dach und Fach zubringen und dann zu Schulbeginn loszulegen. Da gibt es an den Schulen auch viele andere Aufgaben zu erledigen“, bestätigt Festivalleiter Stephan Werner. Rabl verweist zudem darauf, dass man mit den Kindern und Jugendlichen vermehrt im Freien (in der Natur) arbeiten wolle.

Was Rabl mit „Entscheidung für die Zukunft“ meint? sbw könnte vom lokalen Waldviertler Festival nach einem Vierteljahrhundert zu einem gesamt-niederösterreichischen Angebot ausgeweitet werden. Die Voraussetzungen? Entsprechendes Interesse der Politik und das nötige Budget. Interesse daran, ein solches Projekt an erster Stelle zu begleiten, könnte Rabl wohl dann doch reizen …


Zahlen & Fakten

Das Kinder- und Jugendtheaterfestival „szene bunte wähne“ verzeichnete 2015 mit 10.700 Gästen einen neuen Rekordbesuch. 26 Städte und Dörfer – von Retz bis Gmünd und von St. Pölten bis Hardegg – wurden bespielt. Es gab 38 Produktionen und 28 Projekte, die in 141 Aufführungen und Konzerten mündeten.

Im 25. Jahr des Festivals waren die Vorgaben, „ganz nah ans Publikum“ zu gehen. Unter anderem wurde dies mit dem Projekt „Von Tür zu Tür“ (Schauspieler boten Vorstellungen in Wohnungen, Büros und Werkstätten) sowie dem Dschungelbus, der einen Monat lang durch die Dörfer der Region fuhr, umgesetzt.

In Erinnerung an 2009 (Landesausstellung „Geteilt – getrennt – vereint“) wurde die Achse Horn – Raabs wiederbelebt. In der Thayatalstadt gab es einen eigenen „Raabser Kulturherbst“. So wie der Bezirk Waidhofen (Auftakt war in Radessen, dem Gründungsort und Heimatort des „Erfinders“ Stephan Rabl) wurde vom Zentrum Horn aus heuer auch der Bezirk Hollabrunn, hier vor allem der Nationalpark Thayatal, verstärkt eingebunden.