Erstellt am 20. April 2017, 02:44

von Martin Kalchhauser

70,4 %: Trenn-Quote wieder getoppt. Tolle Müll-Bilanz: Gesamtes Abfallaufkommen stieg 2016 um 5 %. AVH rüstet sich bereits für neue Aufgaben.

Geschäftsführer Georg Schmied und Obmann Josef Daniel (r.) mit einem der Geräte vor der neuen Geschirrspüler-Lagerbox, die für das beliebte Verleih-Service in der AVH-Zentrale in Mold errichtet wurde.  |  M. Kalchhauser

Es klingt unglaublich, aber es ist erneut gelungen: Der Abfallwirtschaftsverband Horn (AVH) konnte die Mülltrennquote im vergangenen Jahr erneut steigern – von 68,9 auf sensationelle 70,4 %.

Mit anderen Worten: Von 100 Kilogramm Abfällen wurden im Bezirk Horn im Vorjahr mehr als 70 kg einer Wiederverwertung zugeführt. „Wir hatten schon vorher eine sensationelle Quote erreicht“, gibt AVH-Geschäftsführer Georg Schmied das Lob dezidiert an die Kunden weiter: „Die Bürger des Bezirks haben im Vorjahr ihren Müll erneut noch besser getrennt.“

Gut entwickelt, so Schmied, habe sich auch das Abfall-Logistikzentrum (ALZ) in Rodingersdorf. Die Umschlagmenge wurde um 600 Tonnen gesteigert. Neben den Abfällen aus dem Bezirk Horn wird dort auch ein Teil des Mülls des Bezirkes Waidhofen verladen.

Jeder Bürger hat 423,79 Kilogramm Abfall produziert

Aus der Statistik des AVH für 2016 geht hervor, dass jeder Bürger des Bezirks Horn im Vorjahr 423,79 Kilogramm Abfall produziert hat. Dass es beim Biomüll eine starke Zunahme gegeben hat, führt Schmied auf das nasse Jahr mit mehr Grünschnitt und pflanzlichen Abfällen zurück. „Wir haben in Horn eine starke Akzeptanz der Biotonne – mehr als 67 % der Haushalte haben eine.“ In einem ländlich geprägten Bezirk sei dieser Wert beachtlich.

Wenn auch die exakten Zahlen noch nicht vorliegen, so war auch heuer die Beteiligung an den Flurreinigungsaktionen wieder vorbildlich. „Ich schätze, dass rund 2.500 Leute aktiv dabei waren. Das sind zwischen sieben und acht Prozent der Bevölkerung!“ Die Taferl, die derzeit wieder überall zu sehen sind und daran erinnern, keinen Müll in der Natur zu entsorgen, will man weiterhin „nur auf Zeit“ einsetzen. „Wenn sie alle Jahre wieder aufgestellt werden, haben sie so doch einen Neuigkeitseffekt.“

Erfolgreich läuft auch der Verleih des Geschirrmobils und der drei Geschirrspüler für private und Vereinsfeste, die Plastikabfall ( Einweggeschirr) vermeiden helfen. „Das wurde 2016 knapp 100mal genützt.“

Aufgaben-Erweiterung: AVH in den Startlöchern

Neben der Bewältigung der Müll-Logistik will sich der AVH (wie berichtet) künftig auch als Dienstleister für die Gemeinden bei der Gebühreneinhebung anbieten. „Die Genehmigung der Satzungsänderung ist in allen Gemeinderäten beschlossen worden“, freut sich AVH-Obmann Josef Daniel. „Wir sind guter Dinge, dass einige Gemeinden dieses Angebot in Anspruch nehmen werden.“

Es gebe auch bereits einige konkrete Anfragen. Namen will Daniel aber keinen nennen: „Es gab berechtigte Sorgen wegen der Arbeitsplätze der Bediensteten in den Gemeinden, und die betroffenen Amtsleiter müssen auch einverstanden sein.“ Hard- und Software sei vorhanden, der Platz im AVH-Gebäude in Mold ebenfalls – schon im Jänner 2018 könne man starten. „Aber es wird keinen Druck geben. Wenn eine Gemeinde 2019 einsteigen will, ist das auch kein Problem.“

Dezidiert sei von den Bürgermeistern festgehalten worden, dass Maßnahmen wie die zentrale Einhebung von Kommunalabgaben wie Wasser- oder Kanalgebühren „nicht mit Einsparungen zu tun“ habe. „Unsere Kosten müssen gedeckt sein, aber wir wollen in diesem Bereich keinen Gewinn machen!“

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