Erstellt am 19. Mai 2016, 05:04

von Martin Kalchhauser

Über zwei Drittel des Abfalls verwertbar. Flurreinigungsaktion 2015 brachte Rekord. Kurios: Biomüll bleibt im ländlichen Bezirk Horn weiter stärkste Fraktion.

Die AVH-Kampagne »Dreck geht uns an!« aus dem Vorjahr - im Bild Lisa Ableidinger, Hannes Feichtner und Jessica Zekar (von links) mit den Sujets - zeigte zumindest in einem Bereich ihre Wirkung. Die Beteiligung an der Flurreinigung erreichte einen Rekordwert. Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser
Auch die heurige Beteiligung an den Flurreinigungsaktionen im Bezirk lässt hoffen. Noch gibt es hier keine endgültigen Zahlen. 2015 jedenfalls hat die Kampagne „Dreck geht uns an!“, die vom Abfallwirtschaftsverband Horn (AVH) im Frühjahr gestartet wurde, offenbar gegriffen.

Wie aus dem nun vorliegenden Jahresbericht 2015 des AVH hervorgeht, beteiligten sich 2015 an rund 100 einzelnen Aktionen 2.560 Freiwillige.

Diese Aktionen, so AVH-Geschäftsführer Georg Schmied, tragen auch zur Bewusstseinsbildung bei: „Am schönsten wäre es natürlich, wenn wir sagen könnten: Nächstes Jahr braucht es die nicht mehr geben!“

Abfall-Gesamtmenge ist leicht rückläufig

Wie die Statistik zeigt, nahm die Abfallmenge im vergangenen Jahr gegenüber 2014 geringfügig ab. 14.756.100 Kilogramm schwer war der Müllberg, den die Bewohner des Bezirks 2015 entsorgen ließen. „Das ist auch darauf zurückzuführen, dass unser ALZ (Abfall-Logostikzentrum, Anm.) in Rodingersdorf immer besser angenommen wird“, erklärt Schmied. „Es hat pro Woche mehr als 50 Stunden geöffnet, und es gibt damit sozusagen ein ,Bezirks-ALZ‘ zusätzlich zu den Sammelzentren in den einzelnen Gemeinden.“

Freude gibt es beim AVH und dessen Obmann Josef Daniel über die gute Trennquote, mit der man jahrelang den Sieg beim Landesbewerb „Müllometer“ gepachtet hatte. Wieder konnten mehr als zwei Drittel des Mülls (exakt: 68,9 %) der Wiederverwertung zugeführt werden.

Eine leichte Steigerung in diesem Bereich ist Grund zur Freude. Dabei wäre in einzelnen Fraktionen noch „Luft nach oben“. Schmied: „Bei den Elektro-Altgeräten könnte mehr herauskommen. Da gibt es noch Potenzial.“ Was fällt da hinein? Handys, Taschenrechner, Rasierapparate, … Schmieds einfache Formel: „Alles, was einen Stecker oder Batterien hat!“

„Gute Leistung zu einem guten Preis“

Kurios mutet an, dass im ländlich geprägten Bezirk der Biomüll-Anteil am größten ist. Obwohl er gegenüber 2014 leicht rückläufig war, stellt er nach wie vor den größten Anteil.

Schmied, der hofft, mit den Werten wieder an der Spitze der blau-gelben Regionen (oder wenigstens im Spitzenfeld) zu liegen, verweist stolz auf die „gute Leistung zu einem guten Preis“, die der AVH erbringt. Wie die NÖN berichtete, steht wegen der Erweiterung der Agenden der Abgabeneinhebung die Umbenennung auf GVH bevor.

Schmieds Resumeé: „Der beste Abfall ist der, der nicht anfällt. Der zweitbeste ist der, der richtig verwertet wird.“


Zahlen, Daten & Fakten

Gesamtmüllmenge 2015: 14.756.100 Kilogramm (2014: 14.945.100 kg)

verwertbar:

10.171.500 kg (68,9 %)

Restmüll:  4.584.600 kg (31,1 %)

Die stärksten Müllfraktionen:

Angaben in Tonnen, in Klammer die Vergleichszahl aus 2014)

Biomüll 3.911 (4.198)

Restmüll 3.774 (3.841)

Altpapier 2.264 (2.235)

Glas 755 (695)

Gelber Sack 735 (702)

Sperrmüll 506 (523)

Altholz 506 (523)

Müllmenge pro Einwohner im Durchschnitt: 407,5 kg (412,7)