Horn

Erstellt am 19. August 2016, 06:45

von Rupert Kornell

„Waschbär“ thront auf Horner Kreisverkehr. Bis Klarheit über eine endgültige Gestaltung aller drei Kreisverkehre herrscht, darf Museumsverein Maschine ausstellen.

Kulturreferent Martin Seidl (links) und der frühere Stadtrat Ludwig Schleritzko haben dafür gesorgt, dass der „Waschbär“ auf dem Kreisverkehr beim ÖAMTC-Stützpunkt steht und so optischer Blickfang mit Hinweis auf die Horner Museen ist. Um welches Gerät es sich handelt? Es darf geraten werden … Foto: Rupert Kornell  |  Rupert Kornell

Kaum war er in den frühen Abendstunden des vorigen Donnerstag aufgestellt, sorgte er auch schon für Diskussionen. Er, das ist der „Waschbär“, der auf dem Kreisverkehr auf Höhe des ÖAMTC-Stützpunkts nicht sitzt, sondern steht.

Bedenken seitens der Straßenmeisterei

Die drei Kreisverkehre in Horn hätten ja, wie die NÖN vor vier Wochen berichtete, ursprünglich nach Vorstellungen des Gemeinderats Wolfgang Welser von bekannten Horner Unternehmen großteils mit deren Geld – und nach deren Vorstellungen – optisch gestaltet werden sollen.

Von der Straßenmeisterei wurden aber diesbezüglich Bedenken angemeldet, worauf das Projekt wieder abgeblasen wurde. Ihr „gehören“ nämlich die Kreisel, für deren Pflege hat jedoch die Stadtgemeinde zu sorgen.

Nun aber kam eine neue Variante ins Spiel: Martin Seidl, als Kulturreferent auch für die Horner Museen zuständig, und sein Vorgänger in dieser Funk tion, der frühere Stadtrat Ludwig Schleritzko, die sich beide intensiv um diese Kultureinrichtung bemühen und immer wieder Hand anlegen, stellten besagten „Waschbären“ auf.

„Kreisel-Gesamtprojekt ist nicht gestorben!“

„Das ist mit der Straßenmeisterei akkordiert“, bestätigt Seidl auf Nachfrage. „Es ist einmal ein Beginn, zumindest einen Kreisverkehr zu nützen, derzeit eben für die Horner Museen, um auf sie und ihre Schätze aufmerksam zu machen.“ Die geplante Skulptur des Garser Künstlers Dieter Graf wird noch warten müssen, denn „wir haben nur ein gewisses Budget über die Stadterneuerung, und das müssen wir gezielt und sparsam einsetzen“, so Seidl. Der „Waschbär“ sei sicherlich nur eine Übergangslösung.

Das bestätigt auch Welser: „Das Gesamtprojekt zur Gestaltung aller drei Kreisverkehre ist nicht gestorben, nur aufgeschoben. Es muss zuerst im Gemeinderat behandelt und abgestimmt werden und ein Ansuchen um Finanzmittel an die Stadterneuerung ergehen. Bis dahin stellt eben der Museumsverein diese Maschine auf.“

Die ersten Passanten haben schon Bedenken angemeldet: „Ich bin neugierig, wann die ersten Sprayer auftauchen …“. Die Verantwortlichen bauen aber auf die Vernunft der Leute, dass die Maschine nicht beschädigt wird. Und damit sei nun auch das Rätsel um den „Waschbären“ aufgelöst: Es handelt sich um eine Rübenwaschmaschine, die, so vermutet Schleritzko, vor dem Ersten Weltkrieg gebaut wurde.