Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:42

von Martin Kalchhauser

„Übung“ legte Bahnlinie lahm. Greenpeace-Aktivisten übten für Aktionen auf Trasse der Franz-Josefs-Bahn. 13 Anzeigen.

Die große Bahnbrücke in Eggenburg wurde von den 13 Greenpeace-Aktivisten »beübt«. Die Polizei beendete das lebensgefährliche Treiben. Foto: privat  |  NOEN, privat

Die Aktivisten der Organisation Greenpeace sind für ihre oft waghalsigen Aktionen, mit denen sie friedlich auf Verbrechen gegen die Umwelt hinweisen, bekannt. Dass sie in der Vorwoche die große Eisenbahnbrücke in Eggenburg für eine Übung auswählten, führte zur Lahmlegung des Zugverkehrs auf der Franz-Josefs-Bahn.

Polizei rückte mit drei Streifenwagen an

Ein Eggenburger zeigte gegen 19.20 Uhr an, dass in der Finsternis auf der Bahnbrücke Personen herumkletterten. Mit drei Streifenwagen rückten Polizisten an, um die Lage zu erkunden. Auch sie entdeckten die Lichter in schwindelnder Höhe und machten umgehend eine Meldung an die ÖBB, welche um 19.54 Uhr den gesamten Zugverkehr einstellte.

Die Exekutivbeamten forderten die Aktivisten – sieben Frauen und sechs Männer im Alter von 20 bis 38 Jahren – auf, die Brücke zu verlassen. Der letzte Kletterer kam dieser Anordnung um 20.36 Uhr nach, worauf die Züge wieder ungehindert über die Brücke rollen konnten.

Alte Brücke wurde von Aktivisten „beübt“

Festgestellt wurde von der Polizei, dass es sich bei den Kletterern um sieben Österreicher, zwei Deutsche, zwei Polen und einen Ungarn handelte.

Sie gaben an, zu Übungszwecken vom nördlichen zum südlichen Teil der Brücke geklettert zu sein. Dabei hatten sie die alte Brücke, die parallel zur durch die FJB benützte verläuft, „beübt“. Sie führt in fast 30 Metern Höhe über Schmida und Kühnringerstraße. Auf ihr befinden sich keine Geleise mehr.

Die Aktivisten wurden bei der BH Horn angezeigt. Sie müssen sich aber auch auf Forderungen der ÖBB für Folgekosten ihrer Aktion gefasst machen.