Erstellt am 10. April 2016, 16:21

von Martin Kalchhauser

Unternehmerin mit Herz ist für viele ein Vorbild. Graselwirtin Anni Rehatschek feierte mit 260 Gästen ihr Doppeljubiläum: 60 Lebensjahr und 25 Jahre als Gastwirtin aktiv.

Eine neunköpfige Delegation der Gemeinde Rosenburg-Mold überbrachte Anni Rehatschek die Silberne Ehrennadel der Gemeinde Rosenburg-Mold. Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser
260 ihrer vielen Freunde fanden sich in Mörtersdorf ein, um mit der Graselwirtin Anni Rehatschek den „Runden“ zu feiern. Neben einer Reihe von prominenten Gästen – an der Spitze Landesrätin Petra Bohuslav, Nationalratsabgeordneter Werner Groiß und Landtagsmandatar Jürgen Maier, Alt-Abt Joachim Angerer und der frühere Nationalrat Günter Stummvoll, der als Laudator fungierte – füllten viele Menschen, die im Laufe der Jahre von Wirtshausgästen zu engen Freunden geworden waren, das Festzelt neben Rehatscheks Gasthaus. Dass ein weiterer treuer Stammgast, Justizminister Wolfgang Brandstetter, fehlte, war nur dem Umstand zuzuschreiben, dass er auf Besuch in Russland weilte.

Teams aus zwei Gasthäusern umsorgten Besucher

Gleich zwei Gastwirtschaften waren um das Wohl der Feiernden besorgt – neben Annis eigenem Team bemüht sich auch der Nachbar und Haubenwirt Andreas Buchinger aus Harmannsdorf samt seinem gesamten Team um die Gäste. Mit Erfolg! Heimische Musiker – Christoph „Chrisly“ Führer, Markus „Mexx“ Führer und Erich Rupp – geleiteten die Schar der Feiernden klangvoll durch den Abend. Die neue Direktorin des Schüttkastens Geras, Karin Mewald, war eine einfühlsame, unaufdringliche Moderatorin.

Festzelt mit großformatigen Bildern gestaltet

Dass sich die Gäste wohl fühlten, war auch der gefälligen Dekoration der Location geschuldet. Großformatige Bilder des Burgschleinitzer Fotografen Reinhard Podolsky (er war auch den ganzen Abend mit seiner Kamera unterwegs) machten das Zelt zum „Wohnzimmer“. So wie er war auch „Frau in der Wirtschaft“-Chefin Margarete Jarmer mit ihrer Kamera in allen entscheidenden Momenten „am Drücker“.

Silberne Kammermedaille für Kommerzialrätin

Nicht mit leeren Händen kam der Gastwirtesprecher in der Wirtschaftskammer NÖ, Mario Pulker, der die Silberne Kammermedaille für die „Frau Kommerzialrätin“ im Gepäck hatte. „Ohne dich gäbe es das Waldviertel gar nicht“, dankte Pulker auch als Wirtskollege für wertvolle Tipps, mit denen ihn die Berufskollegin, die seit 25 Jahren das Lokal in Mörtersdorf erfolgreich führt, einst versorgt hatte. „Du hast mir als jungem Branchenkollegen damals gesagt, wo es lang geht.“

„Gutes Händchen bei der Mitarbeiterauswahl“

Günter Stummvoll war es vorbehalten, lobende Worte über das Geburtstagskind zu sprechen. Er würdigte neben vielen anderen positiven Eigenschaften ein „gutes Händchen bei der Mitarbeiterauswahl“ – eines der Erfolgsgeheimnisse der beliebten Unternehmerin. „Du bist umtriebig hast Organisationstalent und hast dir ein gutes Netzwerk aufgebaut“, meinte Stummvoll. Landesrätin Petra Bohuslav, der es vorbehalten war, auch die Glückwünsche des kurzfristig verhinderten Landeschefs Erwin Pröll – Anni Rehatschek: „Er hat leider eine schlechte Terminplanung, unser Herr Landeshauptmann!“ – und dessen Vize Wolfgang Sobotka zu überbringen, würdigte das vorbildliche Engagement der Unternehmerin.

Dank an tolle Crew und agile 86-jährige Mutter

In ihren Worten dankte Jubilarin Anni Rehatschek vielen wertvollen Wegbegleitern, allen voran aber ihrer „tollen Crew“ mit Mitarbeitern, die zum Teil schon 15 Jahre, einige 25 Jahre zum Team gehören. Aber auch ihre Mutter Josefine (86) vergaß sie nicht zu erwähnen. Diese steht ihr in der Küche noch immer hilfreich zur Seite. „Ich glaube nicht, dass ich in dem Alter noch so aktiv sein werde!“

Lob für offenes Herz, „Rüge“ für seltene Messbesuche

„Danke für dein offenes Haus, dein offenes Ohr, dein offenes Herz und deine offene Hand“, gratulierte Wallfahrtspfarrer Pater Michael Hüttl, der allerdings auch bemängelte, dass er öfter bei der Wirtin im Dorf unten sei als sie bei ihm in der Kirche oben am Maria Dreieichener Berg. Rehatscheks Replik: „Ich werde mich bemühen, eventuell an mehr Sonntagen früher aufzustehen.“ Eine Delegation der Gemeinde mit Bürgermeister Wolfgang Schmöger an der Spitze überreichte der Wirtin die Silberne Ehrennadel der Gemeinde Rosenburg-Mold.

Gedicht, Musikdarbietungen und viele weitere Geschenke

Die Weinweiber, denen Rehatschek seit nunmehr bereits zwölf Jahren als Präsidentin vorsteht, zogen mit Sprühkerzen und dem Saxophonisten Peter Schwingenschlögl (alias Peter Sax) im Schlepptau ein. Für die Hollabrunner Stammtischrunde gratulierte die frühere Gastwirtin Grete Bachheimer mit einem Gedicht. Toni Essl sang seiner Lieblingswirtin „Strangers in the night“.

Eine Geburtstagstorte, die trotz ihrer beeindruckenden Größe restlos verputzt wurde, kam von den Angehörigen der Jubilarin. Beim Ausblasen der vielen Kerzen musste sich Großnichte Hannamaria kräftig ins Zeug legen. Die Gemütlichkeit des Festes kam nicht zuletzt auch im Umstand zum Ausdruck, dass die letzten  Gäste das Festzelt erst im Morgengrauen verließen.