Erstellt am 23. März 2016, 04:24

von Martin Kalchhauser

Unterstützung fehlt! Meinhard übt Kritik. Partei zu „Gym-lastig“? Personalvertreter Christoph Meinhard übt in Brief an ÖVP-Spitzen Kritik an Bildungspolitik.

Christoph Meinhard bedauert die Abschaffung der Hauptschule: »Sie war, zumindest auf dem Land, ein gutes Modell.« Foto: Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser

Ärger und Enttäuschung über „seine“ ÖVP-Bundespolitiker in der Schul-Debatte äußert der oberste Horner Personalvertreter der Pflichtschullehrer, Christoph Meinhard, in einem offenen Brief, adressiert an Bundesparteiobmann Wolfgang Mitterlehner, ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald und Bildungssprecherin Brigitte Jank, der auch in der Zeitung der niederösterreichischen Landeslehrer veröffentlicht wurde.

Aufwand für die Lehrer sei nun viel größer

Eine Unzahl von bestärkenden Reaktionen seiner Berufskollegen war die Folge. „Ich hatte zu 100 Prozent positive Rückmeldungen“, ist Meinhard selbst überrascht. Er hatte aber ohnehin keine Angst vor negativen Reaktionen, eventuell auch aus der Politik. „Es geht mir ja ausschließlich um die Kollegenschaft!“

Was ärgert Meinhard? „Die Aussagen der Vertreter der Bundespartei das Gymnasium betreffend.“ Grundsätzlich störe ihn nicht, dass sich die Partei für diese Schulform stark mache. Aber im Gegenzug vermisse er Unterstützung für die Schulform der Neuen Mittelschule.

„Bei der Abschaffung der Hauptschule hat niemand gesagt, wir müssen an Bewährtem festhalten. Dabei war diese ein gutes Modell, zumindest bei uns am Land!“ Der Aufwand für die Lehrer sei nun viel größer, sie müssten den Wegfall der Leistungsgruppen wettmachen.

Meinhard gegen das Hochloben des Gymnasiums

Meinhard freut sich, dass in NÖ die NMS relativ gute Unterstützung erfahre. Dennoch sei auch hier der Trend, das Gymnasium hochzuloben, merkbar, vor allem in größeren Städten wie im nahen Krems. „Eine Schule in den Himmel zu heben, bewirkt automatisch, dass die andere damit heruntergemacht wird“, bedauert der Pädagoge, der an der Polytechnischen Schule Horn unterrichtet.

Sein Brief sei ein Aufschrei nach dem Motto: „Passt besser auf, was ihr sagt!“ Seine Kritik richte sich nicht gegen das Gymnasium, sondern gegen die aktuelle Bildungspolitik.

Den offenen Brief Meinhards finden Sie hier in voller Länge: