Erstellt am 01. Oktober 2015, 05:07

von Martin Kalchhauser

Viel Symbolik mit Strahlkraft. Die 25. Auflage des Theaterfestivals in Horn startete mit internationaler Beteiligung und besonders Schwungvoll. Wichtiges Zeichen für Kinder im Stadtpark gesetzt.

Gratulationen zur Eröffnung: szene-Erfinder Stephan Rabl, Kulturreferentin Michaela Landauer (Schweizer Botschaft), Bürgermeister Jürgen Maier, Delegierter David Maenaut (Flanderns Vertreter in der Belgischen Botschaft), Landesrat Karl Wilfing und Bezirkshauptmann Johannes Kranner (von links).  |  NOEN, Martin Kalchhauser

Schwungvoll, unterhaltsam und auch zum Nachdenken anregend: Das traf auf die Eröffnungsvorstellung des diesjährigen szene bunte wähne-Festivals in Horn zu.

Das Junge Theater Basel (Schweiz) zertanzte im Stück „Männer“ eine Unzahl von Klischees. Diese Männer spielten, rauften, wetteiferten im Sport und im Kampf, mimten den Angeber und den Star – und standen am Schluss sogar in Stöckelschuhen auf der Bühne.

Bevor das Familienwochenende mit seinem überbordenden Angebot von der Stadt Besitz ergriff und die music_boX horn nach Jahren wieder in die Innenstadtlokale zurückkehrte, traf man sich aber im Kunsthaus-Hof, um dem gebürtigen Afrikaner Futurelove Sibanda zu lauschen.

sbw-Erfinder und -Chef Stephan Rabl strich hervor, wie wichtig es sei, auf die Leute zuzugehen, ihnen die (Schwellen-) Angst vor dem Theater zu nehmen. „Wir gehen heuer zu den Menschen hin, besuchen sie sogar zu Hause!“ Sein Dank galt Horner Pionieren unter den sbw-Förderern, vor allem Altbürgermeister Karl Rauscher und Ex-Stadtrat Gerhard Hauer.

„Back to the roots“ (zurück zu den Wurzeln) gegangen zu sein, konstatierte Bürgermeister Jürgen Maier, den vor allem mit szene-Nächten viele persönliche Erinnerungen verbinden. „Es ist von Anfang an schon immer chaotisch zugegangen. Das war euer Markenzeichen!“

Auch Landesrat Karl Wilfing, der die Eröffnung vornahm, kennt Rabl schon lange. „Offenheit und Toleranz, die mit derartigen kulturellen Aktivitäten einhergehen, sind uns in NÖ ein Herzensanliegen“, gratulierte er den Verantwortlichen, die mit dem größten internationalen Festival wieder das ganze Waldviertel bespielen.

Überraschung im Kunsthaus: Das dort entrollte Transparent mit der Aufschrift „Stadtpark Horn – Platz der Kinderrechte“ wurde in den Stadtpark getragen, der tatsächlich einen Platz dieses Namens erhält. Als sich später noch Flüchtlinge unter die Gäste mischten und vereinzelt zu tanzen begannen, war die Internationalität perfekt. Ein gutes Zeichen für grenzenlose Kultur in Horn!