Erstellt am 19. September 2015, 06:02

von Gerhard Baumrucker

Auf dem Sax statt der Oboe. Sieben großartige Musiker überzeugtenbei gut besuchtem Kammermusikkonzert das Horner Publikum.

Über viel Beifall durften sich die virtuosen Künstler Wolfgang Bankl, Iven Seleljo, Thomas Fheodoroff, Srebra Gelleva, Noriko Ushioda, Marko Ylönen und Michaela Reingruber (von links) freuen.  |  NOEN, Gerhard Baumrucker

Im Zuge des Kammermusik Festivals Allegro Vivo fand im Kunsthaus ein gut besuchtes Konzert unter dem Motto "Musique de chambre" (Kammermusik) statt. Das Programm umfasste Werke der französischen Komponisten Claude Debussy, Francis Poulenc, Jean Francaix und Maurice Ravel.

Es begann mit Claude Debussys dreisätziger Sonate für Cello und Klavier d-Moll, bei der der Cellist Marko Ylönen durch auswendiges und virtuoses Spiel beeindruckte. Der Klavierpart am Bösendorfer-Flügel lag bei Srebra Gelleva in besten Händen.

Ein besonderer musikalischer Genuss war sicherlich die souveräne Handhabung des von Michaela Reingruber verwendeten Sopransaxophons (anstelle der gewöhnlich eingesetzten Oboe) bei der Sonate für Oboe und Klavier von Francis Poulenc. Iven Seleljo war eine aufmerksame Begleiterin am Klavier.

Auch im nachfolgenden Werk, den „9 Historiettes für Bass, Saxophon und Klavier“ von Jean Francaix bewies Michaela Reingruber abermals ihr Können, diesmal mit dem normalen Saxophon. Es handelte sich um neun Lieder mit teils leicht frivolen Texten, die vom Bassisten Wolfgang Bankl mit raumfüllender Stimme vorgetragen wurden. Für den frenetischen Applaus bedankte sich der Sänger mit der bekannten Mephisto-Arie „Scheinst zu schlafen du im Stübchen“ aus Charles Gounods Oper „Faust“.

Nach der Pause entfalteten die drei versierten Interpreten Noriko Ushioda (Klavier), Thomas Fheodoroff (Violine) und Marko Ylönen (Cello) die impressionistische Klangwelt von Maurice Ravels Klaviertrio a-Moll. Die oftmaligen Taktwechsel erzeugten rasch ein schwebendes Gefühl, das bald reizvoll, bald aber auch heftig und bedrohlich wirken konnte.

Nach dem lebhaften Finalsatz gab es zu Recht reichlichen Applaus für alle Ausführenden.