Erstellt am 12. Oktober 2014, 20:59

von Martin Kalchhauser

57 Prozent für Windpark Sigmundsherberg. Urnengang endete mit klarer Entscheidung für die Errichtung von sechs Windkraftanlagen im Wald. "Ja" zu Windrädern in Nachbargemeinde Meiseldorf brachte jedoch nur hauchdünne Mehrheit.

Freuten sich über Erfolg bei Windpark-Abstimmung in Sigmundsherberg: Projektleiter Heribert Müller (Windkraft SImonsfeld AG), Sigmundsherbergs SPÖ-Chef Gerhard Treiber, ÖVP-Bürgermeister Franz Göd und Kleinregions-Energiemanager Niko Reisel, zugleich ÖVP-Bürgermeister in Meiseldorf (von links).  |  NOEN, Marktgemeinde Sigmundsherberg
Zur Abstimmung über zwei Fragen zur Windkraft waren die Bürger der Marktgemeinde Sigmundsherberg am Sonntag aufgerufen. In der ersten Frage ging es um die Errichtung eines Windparks mit sechs rund 200 Meter hohen Windkraftanlagen im Wald bei Kainreith und Walkenstein.

Frage 2 sollte klären, ob die Anlagen des geplanten Windparks in der Nachbargemeinde Meiseldorf (hier sollen sieben weitere Windräder errichtet werden) bis zu 1.200 Meter an Häuser der Gemeinde heranrücken dürfen.

Ein Votum endete klar, eines denkbar knapp

Während sich 57 Prozent (765 Ja, 577 Nein) der Bürger der Gemeinde für die Errichtung des eigenen Windparks aussprachen, gab es bei der Entscheidung über die Windräder der Nachbargemeinde „vor der Haustür“ nur eine knappe Mehrheit von 51,7 Prozent (682:638 Stimmen).

Die Wahlbeteiligung war mit 70,4 Prozent erfreulich hoch. Dem Urnengang war eine heftiger „Wahlkampf“ vorausgegangen, in dem die potenzielle Betreiberfirma (Windkraft Simonsfeld AG) und die Gemeinde massiv für ihr Anliegen geworben hatten. Teils hitzige Debatten hatten insgesamt vier große Informationsveranstaltungen – jeweils zwei von Seiten der Bürgerinitiative gegen das Vorhaben und zwei von Seiten der Windkraft – geprägt.

Hauptbetroffene Orte gegen die Windriesen

Beim Ergebnis fällt auf, dass die Bürger jener Orte (Kainreith, Walkenstein, Brugg), die vom Vorhaben am massivsten betroffen wären, mit klarer Mehrheit dagegen votierten, während in den weiter entfernten Katastralgemeinden die Abstimmung pro Windpark ausfiel.

In einer ersten Stellungnahme sprach Bürgernmeister Franz Göd über „einen Auftrag für die Gemeinde. Das Ergebnis ist, wie im Vorfeld versprochen, bindend.“

Seitens der Gegenseite spricht Helmut Maierhofer von der „Bürgerinitiative für ein lebenswertes Sigmundsherberg“ von einem trotz der Niederlage „sehr guten Ergebnis“.
 

Lesen Sie das Ergebnis in allen Details und weitere Stellungnahmen ab Dienstag in der NÖN-Lokalausgabe Horn!