Erstellt am 27. Mai 2016, 05:04

von Rupert Kornell

Von Steinwürfen und vom "Oberhaserl". Erinnerungen: Andreas Weigel auf den Spuren weltberühmter Komponisten, Literaten, Regisseure in der Sommerfrische Gars.

Literaturwissenschafter Andreas Weigel, der schon für die »Garser Geschichte(n)« einen umfassenden Beitrag verfasst hat, begab sich auf Spurensuche nach berühmten Garser Sommerfrische-Gästen.  |  NOEN, Nadja Straubinger-Gansberger

"Meine erste Begegnung mit Gars war im Jahr 1972, als ich mit meinen Eltern auf Sommerfrische im Kamptalhof war, dann im Hotel Blauensteiner", erläutert der Literaturwissenschafter Andreas Weigel seinen Bezug zu Gars und warum er in „praesent 2016 – das österreichische literaturjahrbuch“ einen umfassenden Beitrag über „Gars abseits von Suppé und Falco. Was weltberühmte Filmregisseure, Komponisten, Literaten und bildende Künstler mit der Kamptal-Sommerfrische verbindet“ verfasst hat.

Weigel sollte auch den Garsern ein Begriff sein, schließlich hat er in den vor knapp eineinhalb Jahr erschienen „Garser Geschicht(n)“ ausführlich über die Sommerfrische als solche und über die Garser im Besonderen umfangreich berichtet.

Ausgehend von Franz von Suppé und Falco, die man weithin mit Gars assoziiert, schreibt er etwa über den Komponisten Hans Eisler, einem der bekanntesten Schönberg-Schüler, der Mitte der 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts hier Urlaub machte und das Bad Thunau besuchte.

Raum wird auch dem Filmregisseur Fritz Lang („Metropolis“) gewidmet, dessen Eltern ein Haus am Manigfall besaßen, oder dem Schriftsteller Stefan Zweig, der den Ort zwar nicht besuchte, aber eine verheiratete Frau, die in der List-Mühle, später Spiegel Lachmair, wohnte und die er als sein „Oberhaserl“ bezeichnete.

Briefe und Karten an Ehefrau und Geliebte

Während seiner Gymnasial- und Internatszeit in Horn verbrachte der weltbekannte Maler Friedensreich Hundertwasser 1945 die Wochenenden bei seiner Mutter in Thunau in der Pension Schuster – war damals russisches Lazarett – und nützte die Zeit zum Zeichnen und Malen, wobei ihn allerdings, wie er in seinem Tagebuch schreibt, die Dorfjugend mit Steinen bewirft und seine Malfarben mit Sand vermischt werden.

„Die Burg Gars. Die Kahnfahrten. Wie schön dies war!“, schwärmte rund zehn Jahre später der Dichter Heimito von Doderer, der mit seiner zweiten Ehefrau im – heute leider total verwahrlosten – Hotel Blauensteiner logierte, was ihn allerdings nicht hinderte, von hier eine Karte an seine Geliebte in Wien zu schreiben …

Und auch André Heller schrieb von hier aus 1972 einen Brief, allerdings an seine damalige Ehefrau, die Schauspielerin Erika Pluhar.

Dies und noch viel mehr Interessantes gibt es in diesem Sonderdruck zu lesen, der unter anderem in der Bücherstube Horn um 12,80 Euro zu haben ist.