Erstellt am 20. Januar 2016, 04:38

von Martin Kalchhauser

Waffenbesitzkarten im Bezirk verdoppelt. Immer mehr Bürger legen sich Faustfeuerwaffen zu. Trend hält auch im neuen Jahr an. Behörde und Polizei gelassen.

Immer mehr Bewohner des Bezirks Horn legten sich zuletzt Schusswaffen zu - meistens aus Sorge um die eigene Sicherheit und die der Familie. Symbolfoto: Shutterstock/Idea Studio  |  NOEN, Shutterstock/ Idea Studio

Von 26 auf 60 gestiegen ist die Zahl der Waffenbesitzkarten im Bezirk Horn im Vorjahr. Signifikant stieg die Anzahl der Ansuchen gegen Ende des Jahres (mit 10 im November und 15 im Dezember). Und schon in den ersten Tagen des neuen Jahres wurden bei der BH Horn wieder sechs weitere beantragt …

„Offensichtlich gibt es ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis“, kommentiert Bezirkshauptmann Johannes Kranner die Tendenz. Einer persönlichen Beurteilung enthält sich der Behördenchef, gibt aber zu bedenken: „Je mehr Waffen im Umlauf sind, desto größer ist die Gefahr, wenn es zu psychischen Problemen kommt.“

Polizeichef Brinnich: „Nicht dramatisch!“

Natürlich müsse jeder Bewerber ein psychologisches Gutachten beibringen. „Das soll leichtfertigem Umgang mit der Waffe vorbeugen.“ Außerdem sei der Waffenhändler verpflichtet, den Käufer im Umgang zu unterweisen. „Ein Mehraufwand an Verwaltungstätigkeit ist festzustellen“, betont Kranner. Dies gehe von der Genehmigung bis hin zu regelmäßigen Überprüfungen bzw. dem Entzug bei Problemen.

„Vom rechtlichen Standpunkt ist alles klar“, will auch Bezirkspolizeichef Günther Brinnich nicht werten. „Wenn ein österreichischer Staatsbürger eine waffenrechtliche Urkunde beantragt und alles seinen geordneten Gang geht, ist das kein Problem.“ Die Entwicklung sei „nicht dramatisch“, auch die Überprüfungen (Fünfjahresfrist) seien für die Beamten problemlos machbar. Straftaten, so Brinnich, würden meist mit illegalen Waffen begangen, er habe daher noch „keine große Besorgnis“.

Einer, der sich jüngst eine Pistole zugelegt hat, ist FPÖ-Bezirksobmann Klemens Kofler: „Ich bin froh, dass ich sie habe, und hoffe, dass ich sie nie brauche.“ Er verstehe jeden, der wegen des Versagens der Politik in Sicherheitsfragen zum Selbstschutz greife. Ist eine (korrekt verwahrte) Faustfeuerwaffe im Haus im Notfall (Einbruch, Überfall) schnell genug parat? Kofler: „Sie ist sicher verwahrt, aber ich habe sie bei Bedarf trotzdem schnell zur Hand.“

Bei den Waffenpässen (Bedingung für das Tragen der Waffe außerhalb des Wohnbereichs, Anm.) gab es übrigens 2015 eien Rückgang von 15 auf 5.

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