Erstellt am 07. Oktober 2015, 11:47

von NÖN Redaktion

Waldviertler Qualität: Preis für „bahnorama“. Holzbau ausgezeichnet. Aussichtsturm stellte höchste Anforderungen an Mitarbeiter der Graf-Holztechnik Horn.

Michael Bauer, Geschäftsführer der Graf-Holztechnik (links), und Firmenchef Stefan Graf dürfen zu Recht auf die Auszeichnung stolz sein. Fotos: bahnorama, Leyrer+Graf  |  NOEN, bahnorama, Leyrer+Graf
Der Aussichtsturm „bahnorama“ am Wiener Hauptbahnhof wurde im Rahmen der „wienwood 2015“ ausgezeichnet. Der Preis wurde von „pro Holz Austria“, dem Architekturzentrum Wien und der Stadt Wien ausgeschrieben und in drei Kategorien vergeben.

Die Graf-Holztechnik siegte mit „bahnorama“ in der Kategorie „Gewerbebau“. Dabei handelt es sich um ein Informationszentrum mit 1.084 m² auf drei Ebenen mit Veranstaltungsmöglichkeiten und einem Café inklusive dem zweithöchste begehbaren Holzturm Europas von rund 65 m für die Baustelle des Wiener Hauptbahnhofes.

Errichtung durch die extreme Enge erschwert

„Dies war ein Auftrag der ÖBB im Rahmen der Bahnoffensive, als der Hauptbahnhof umgebaut wurde, um Besuchern die Möglichkeit zu geben, das Baugeschehen live mitzuverfolgen“, erklärt Michael Bauer, Geschäftsführer der Graf-Holztechnik in Horn. „Die Herausforderung war das extrem geringe Platzangebot, sodass wir auf engstem Raum arbeiten mussten.“

Der Aussichtsturm ermöglichte von einer Aussichtsplattform in knapp 41 Metern Höhe einen spannenden Überblick über die 50 Hektar große Baustelle. Zwei verglaste Panoramaaufzüge und eine Treppenanlage erschlossen das Bauwerk. Die Aussichtsplattform war für 30 Personen ausgerichtet und durfte bis zu Windstärken von 80 km/h benutzt werden.

Bei der Montage waren Know-how und Präzisionsarbeit gefordert. Am Boden vorgefertigte, bis zu 15 m hohe und 45 Tonnen (!) schwere Module wurden per 400-Tonnen-Kran millimetergenau an ihren Platz dirigiert und in luftiger Höhe zusammengebaut. 15 Arbeiter errichteten die rund 180 Tonnen schwere Konstruktion aus 110 m³ heimischem Fichtenholz in nur drei Wochen.

Bauer: „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, welche nicht nur eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit ist, sondern auch für den konstruktiven Holzbau im Allgemeinen, denn im urbanen Gebiet kommt Holz selten in der Außenanwendung zum Einsatz.“