Pernegg

Erstellt am 03. Juli 2016, 06:33

von NÖN Redaktion

Kirche besteht seit 900 Jahren. Nahezu abgeschlossen sind die rund 80.000 Euro teuren Renovierungsarbeiten an und in der Filialkirche Wappoltenreith. Die Dorfbevölkerung half bei Vorhaben eifrig mit.

Die Wappoltenreither Thomas Kraftl, Petra Mang-Strohmeier, Manfred Teubel, Kerstin Smekal, Adolf Lemp, Barbara Teube und Gerald Windisch (von links) formierten sich als Gruppe „WapPiano“. Foto: Peter Straka  |  Peter Straka

In der Pfarre Trabenreith wurde am 12. Juni das 500-jährige Bestehen der Filialkirche Wappoltenreith gefeiert. Dieses Jubiläum bezieht sich auf die eingearbeitete Jahreszahl in der Glocke. Urkundliche Erwähnungen vor dieser Zeit gibt es nicht. Ursprünglich gehörte die Filialkirche Wappoltenreith zum Kloster in Pernegg, seit 1756 gehört sie zur Pfarre Trabenreith.

Dieses Jubiläum nahm der Dorferneuerungsverein Wappoltenreith unter der Leitung von Obmann Reinhard Gruber zum Anlass, die Filialkirche zu renovieren. Bereits 2005 erfolgte die Sanierung des Daches, des Glockenstuhls und der Glocke, die Dorfbevölkerung finanzierte ein neues Läutwerk. 2014 wurden dann in 576 freiwilligen Arbeitsstunden der Ortsbewohner die Außenfassade sowie alle Innenwände renoviert.

Unterstützt wurden sie dabei vom Malerbetrieb Christian Buhl, der die Vorgaben des Bundesdenkmalamtes sowohl in Material als auch Gestaltung umsetzte, die ortsansässige Tischlerei Harald Kraftl fertigte neue Unterbauten für die Seitenaltäre an. Insgesamt wurden bisher für die Arbeiten rund 80.000 Euro aufgewendet. Für dieses Jahr sind noch eine Drainage im Außenbereich sowie die Erneuerung der Stiegenanlage beim Eingang und ein Kopfsteinpflaster im Vorbereich geplant.

Obmann überreichte großen Geschenkkorb

Der Festakt begann mit einer Messfeier, die von Pfarrer Johannes Mikes zelebriert und von der Gruppe „WapPiano“ umrahmt wurde. Diese extra für diesen Anlass gegründete Musikgruppe besteht ausschließlich aus Wappoltenreither Musikern der Musikkapelle Irnfritz. Pfarrer Mikes nahm die Feier zum Anlass, eine bei den Arbeiten gefundene Fahne aus dem Jahr 1899 auf eigene Kosten renovieren zu lassen, und segnete diese, um sie nun wieder in der Filialkirche Wappoltenreith präsentieren zu können.

Als Dank für all seine Bemühungen überreichte ihm Obmann Gruber einen großen Korb mit verschiedenen Blumen und Kräutern für seinen Garten. Sein Dank galt auch Karin Popp von der Nö. Dorferneuerung, Bärbel Urban-Leschnig vom Bundesdenkmalamt sowie Bürgermeister Hermann Gruber und Vize Karl Erdinger als Vertreter der Marktgemeinde Irnfritz-Messern für die finanzielle Unterstützung.

Besonders erwähnt wurde die Dorfbevölkerung für die vielen Arbeitsstunden bei der Renovierung, und vor allem den Frauen wurde gedankt, denn ohne deren hervorragende Bewirtungen wären viele Feste und somit erforderliche finanzielle Mittel nicht möglich gewesen.

Franz Bruckner war bei Forschung federführend

Ortsvorsteher Karl Weiß und Hermann Gruber zeichneten nach ihren Worten einen Mann aus, der sich in den letzten Jahren durch profundes geschichtliches Wissen hervorgetan hat: Franz Bruckner aus Wappoltenreith war nicht nur federführend beim Marterlführer bei der Erfassung der heimischen Denkmäler. Er sammelt und arbeitet schon seit vielen Jahren geschichtliche Daten und Fakten über alle Kulturgüter der Gemeinde auf und hilft so, die Informationen dieser Schätze auch für die Nachwelt zu bewahren.

Gleich im Anschluss an den Festakt begann er mit den Aufbauarbeiten für drei Vorträge am Nachmittag über die Filialkirche Wappoltenreith, die von den interessierten Festgästen sehr gut besucht waren.