Erstellt am 06. Januar 2016, 03:13

von Martin Kalchhauser

Weihnachtsgeschäft übertraf Erwartungen. Umsätze des Jahres davor in den meisten Fällen übertroffen. Winterschlussverkauf verstärkt die Tage nach dem Fest.

Freuen sich über Trend zu persönlichen Geschenken und zur Qualität: Elisabeth Maurer und ihre Tochter Julia vom Horner Handarbeits- und Geschenkartikel-Geschäft können mit ihrer großen Auswahl an Wolle und anderen natürlichen Handarbeits- und Bastelprodukten punkten. Fotos: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser
Durchwegs zufriedene Gesichter gibt es bei den Unternehmen, spricht man sie auf das vergangene Weihnachtsgeschäft an. In den meisten Fällen konnte das Ergebnis 2014 getoppt werden.

Starkes „Nach-Weihnachtsgeschäft“

Enorm stark war und ist das „Nach-Weihnachtsgeschäft“ bei XXXLutz. „Was vorher war, war auch okay, aber derzeit ist unser Haus extrem gut besucht“, freut sich Leiter Erwin Zimmel, der auch weiß, dass seine Mitarbeiter derzeit extrem gefordert sind.

Trend zu bestimmten Produkten kann er keinen feststellen. Aber zu Weihnachten werden auch große Anschaffungen getätigt. „Das ist oft eine Familiensache, da hat man um Weihnachten gemeinsam Zeit dafür und kann außerdem noch den Winterschlussverkauf nützen.“



Zufrieden, dass man den Schwung der Hausmesse im Oktober bis ins Weihnachtgeschäft mitnehmen konnte, ist man bei Expert Ziegelwanger in Horn. Ab dem zweiten Einkaufssamstag war enorm viel los. „Smartphones gehen besser denn je“, stellt Fachverkäufer Gerhard Jamy fest. „Nicht nur, weil die Lebensdauer sinkt, auch weil ein Handy heute schneller ,alt‘ ist.“

Zubehör oder Versicherungen waren bei den Kunden Jamys und seinen Kollegen ebenso ein Thema wie die neuen (via Handy ansteuerbaren) Funkboxen und Fernseher der Oberklasse.

Abgesehen von der Schulbuch-Auslieferung ist Weihnachten auch in der Bücherstube „Hauptsaison“. Leiter Alexander Kornell kann sagen, dass das gedruckte Buch noch immer der Renner unter den Geschenken ist. „Wir haben natürlich auch eBook-Reader im Angebot. Sie werden angenommen – aber nur zu einem geringen Prozentsatz. Er verdrängt das klassische Buch nicht!“

Beliebtheit des Buches bleibt ungebrochen

Zu Weihnachten gehen auch aufwendige Bildbände über den Ladentisch, „die unterm Jahr nicht so häufig gekauft werden“. Bestseller schnellen auf Rekordwerte hoch. In Horn war dieses Jahr das Portisch-Buch („Aufregend war es immer“) ein Hit. Kornell attestiert aber auch bei Werken mit Horn-Bezug (etwa Tom Gschwandtners „Gelähmt ist nicht gestorben“) gute Zahlen. „Ein Buch, das zu Weihnachten immer nachgefragt wird, ist das aktuelle Guiness-Buch der Rekorde. Da warten viele schon jedes Jahr drauf.“

„Das Weihnachtsgeschäft war okay. Anfangs ist es etwas schleppend gelaufen, dann aber zunehmend besser geworden“, bilanziert Michaela Hartner (mit den Boutiquen No Limit, Esprit und s.Oliver im EKZ vertreten).
Sie freut sich vor allem, dass sich der Trend zum Online-Einkauf abschwächt: „Es wird wieder zunehmend wichtiger, ins Geschäft zu kommen und persönliche Beratung in Anspruch zu nehmen.“

Neben Gutscheinen (die jetzt sukzessive eingelöst werden) war auch das gestiegene Interesse an luxuriösen Artikeln zu bemerken. Nicht nur Accessoires wie Handschuhe oder Hauben wechselten zu Weihnachten und in den Tagen danach den Besitzer. „Gerne gönnt man sich etwas qualitativ Hochwertiges – zum Beispiel die schöne Lederjacke für die Freundin.“

Stricken und Nähen ist heute wieder „in“

Einen Trend zum persönlichen Geschenk, der ihren Weihnachtsumsatz im Vergleich zu vergangenen Jahren stark angekurbelt hat, kann Elisabeth Maurer vom Handarbeits- und Geschenkartikel-Geschäft am Miklasplatz feststellen. Deko-Artikel seien weniger gefragt gewesen, aber: „Viele unserer Kunden haben wieder Freude mit selbst gestrickten Sachen, junge Mütter haben wieder zu nähen begonnen.“

Jersey-Stoff sei der Renner gewesen. „Man achtet generell auf Qualität und auf Naturmaterialien anstatt Produkte ,Made in China‘ zu kaufen“, freut sich Maurer, die früher manchmal zu hören bekam, die Wolle sei zu teuer. „Jetzt steht sie dagegen wieder hoch im Kurs, weil sie eben ein gutes Naturprodukt ist.“