Erstellt am 26. März 2016, 05:44

von Martin Kalchhauser

Weiter Weg zum nahen Nachbarn. Pfarrer Brandtner zieht in Buch Bilanz über 30 Jahre Sommerlager in Langau und Šafov.

Pfarrer Andreas Brandtner schrieb mit Sommerlagern in Langau und Safov Geschichte – und jetzt darüber das Buch „SOLA“. Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser

„Neue ,dichte‘ Grenzen wären eine Tragödie.“ Die Erfolgsgeschichte der Sommerlager in Langau und Šafov, Tschechien, ist untrennbar mit dem Fall des Eisernen Vorhangs verbunden – und mit dem Langauer Pfarrer Andreas Brandtner.

Vor 30 Jahren kam er als Pfarrer von Niklasberg nach Langau und setzte seine kurz davor als Ministrantenlager begonnenen Jugendlager im Freizeitgelände Langau, im Höfleiner Hof (Oberhöflein) und später in Safov fort.

Aktivitäten bekamen unerwarteten Schwung

Aktionen an der Grenze – eine wurde als Provokation gedeutet und hatte sogar eine Intervention des Außenministeriums zur Folge – folgten. Dann, nach 1989, war es endlich einfacher, ins nur 4 km entfernte Šafov zu gelangen. Doch bis zum Schengen-Abkommen (freie Grenzen) sollte es noch bis 2007 dauern.

„Wir haben ,drüben‘ ein altes Bauernhaus gekauft, und der Bischof überlässt uns den Pfarrhof für einen Euro pro Jahr“, erzählt Brandtner. 2003 wurde das SOLA-Haus in Šafov eröffnet.

Mit der Zeit bekamen die ganzjährigen Aktivitäten (Ferienlager, Schullandwochen, …) einen unerwarteten Schwung. Bis zu 12.000 Nächtigungen pro Jahr werden verzeichnet. Pfarrer Brandtner: „Natürlich haben wir Interesse, dass viele Gäste zu uns kommen – aber der grenzüberschreitende Aspekt ist mir am allerwichtigsten.“

Warum hat er das Buch geschrieben? „Die chronologische Darstellung war für mich selbst interessant. Und ich war erstaunt, welche Emotionen da wieder hochkommen und woran man sich erinnert.“


„SOLA – Das Sommerlager Langau-Šafov. Orte der Begegnung und Versöhnung“; Edition Colloquium, 126 Seiten; um 10 Euro im Klosterladen Geras und beim Autor erhältlich