Erstellt am 20. März 2016, 06:44

von Irene Tutschek

Wer war Rosa Engel? Rätsel um Krippen. Um einige Krippen, die in der Sonderschau des Krahuletzmuseums gezeigt werden, gibt es noch Unklarheiten.

Mit der Sonderausstellung »Eggenburger Krippen - Fasten-, Passionskrippen und Ostern« eröffnet das Krahuletzmuseum die heurige Saison. Museumsdirektor Johannes Tuzar sowie die Mitarbeiterinnen Susanne Stökl und Nadja Donner (von links) freuen sich schon auf die Eröffnung. Foto: Irene Tutschek  |  NOEN, Irene Tutschek

Mit der Sonderausstellung „Fasten-, Passionskrippen und Ostern“ startet das Krahuletzmuseum am Donnerstag, 17. März, 19 Uhr, in die neue Saison. Die Eröffnung wird Propst Maximilian Fürnsinn, Abt des Augustiner-Chorherrenstiftes Herzogenburg, vornehmen.

Gezeigt werden in der Schau Passionskrippen, die die Leidensgeschichte, den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus darstellen und kaum mehr bekannt sind.

35 Einzelelemente aus alten Rechnungsbüchern

Neben den Krippen aus dem hauseigenen Archiv wurde dem Krahuletzmuseum auch eine besondere Papierkrippe aus einem Privatbesitz zugespielt.

„Diese Krippe hat ebenfalls eine Eggenburger Vergangenheit, denn sie wurde laut Auskunft des derzeitigen Eigentümers (der Familie Galler aus Wolkersdorf) in den 1970er-Jahren auf einem Eggenburger Flohmarkt erstanden. Sie könnte also aus unserer Region stammen“, erzählt Museumsdirektor Johannes Tuzar.

Die Krippe besteht aus 35 Einzelelementen aus Papier, vorwiegend aus alten Rechnungsbüchern ausgeschnitten und kunstvoll bemalt sowie mit Holzstäbchen versehen, um sie zu einem Ensemble zusammenstellen zu können.

Mysteriöser Vermerk: ‚Fecit Rosa Engel 1851‘

„Auf vielen Figuren findet sich der handschriftliche Vermerk ‚fecit Rosa Engel 1851‘. Wer diese Rosa Engel war, die dieses filigrane Kunstwerk angefertigt hat, konnte bislang noch nicht geklärt werden. Die Krahuletz-Gesellschaft würde sich über Hinweise sehr freuen“, fordert Tuzar die Bevölkerung auf, mit Tipps weiterzuhelfen.

Des Weiteren wurden Gegenstände aus dem Osterbrauchtum aus dem Museumsbestand hervorgeholt. Handverzierte echte Eier aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Tabakdosen mit Darstellungen der Leidenswerkzeuge, Fußwaschbecher, Kreuznägel mit einer Echtheitsbescheinigung und einiges mehr schmücken die kleine, aber feine Sonderausstellung.

Diese kann bis Pfingsten besichtig werden und ist bis 31. März frei zugänglich. Die Öffnungszeiten des Museums: Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertage von 10 bis 17 Uhr.


Veranstaltungstipps

  • Donnerstag, 31. März: „Der Prozess Jesu“ – Filmvorführung „30 Stunden bis zur Hinrichtung“ (ORF, 1983), anschließend Vortrag des ehemaligen Universitätsprofessors Peter Pieler (Uni Wien) zum Film (Museum, 19 Uhr)

  • Freitag, 8. April: Buchpräsentation „Waldviertler Biographien. Band 4“, danach Vortrag „Angela Stifft-Gottlieb (1881 – 1941) – Pfarrersköchin und Museumsleiterin“ von Franz Pieler – Veranstaltung des WHB & forum eggenburg (Rathaussaal, 19 Uhr)

  • Samstag, 23. April: Eröffnung der Dauerausstellung „Die Stadt Eggenburg im Mittelalter – Sachkultur des Mittelalters und der Neuzeit im Wald- und Weinviertel“ (Museum, 18 Uhr)